Kaputte Welt

Marode Gebäude sind einen Blick wert. Nicht ungefährlich indessen deren Besuch. Man muss nicht mit Angst, aber mit Respekt dort hineingehen. Ein Gebiet, welches mich neben der Friedhofsfotografie sehr interessiert, und in dessen Kinderschuhen ich noch stecke.

Sprayerlocation…

Tote fotografieren….

… ja, ne schon klar, na, was dachtet Ihr jetzt? Natürlich schleiche ich nicht um Särge und lucke hinein, ich habe eher mein altes Hobby der Fotografie neu entdeckt und gehe, morbide gruftend (quatsch), gerne auf Friedhöfe und versuche die dortigen Skulpturen auf Speicherchips zu bannen, um diesen dann zu bearbeiten und in der Fotocommunity einzustellen. Mal sehen, ich hoffe, ich bleibe dabei. Bin zwar kein Profi, aber dennoch ein bisschen was kann ich schon.

Anfang und Ende

Leider hat mir das miese Licht die Tage viele Bilder versaut. Hohe Iso gepaart mit Offenblende (nicht alle Objektive sind da wirklich scharf) und Verschlußzeiten, dass der Bildstabi qualmt, das kann nicht gut gehen. So sind dann leider etliche Bilder leicht unscharf geworden, ärgerlich, wenn man das erst daheim am großen Bildschirm feststellen kann, denn auf dem Kameradisplay sah das noch gut aus. Aber mittlerweile weiß ich das und verlasse mich nicht mehr darauf. Es war ein versuche wert und nun sagt mir die Erfahrung, gutes Licht ist einfach besser.

Natürlich habe ich schon rudimentäre Kontakte mit anderen Interessierten geschlossen, es wird sich zeigen, was daraus wird. Denn einerseits ist der Alleingang irgendwie doch einsam, aber man kann sich voll und ganz auf seine Vorlieben einstellen und muss nicht auf andere warten. Hat alles seine Vor und Nachteile. Dennoch ist es ein feines Hobby. Man lernt etwas, ist draußen und kann es mit anderen teilen oder alleine tätigen. Es ist einfach bis komplex, je nachdem, was man möchte. Es kann teuer werden, aber ich habe mir angewöhnt nicht die neuste Technik haben zu müssen, denn die ist teuer, sondern einfach auf dem Gebrauchtmarkt stöbern und günstig an das zu kommen, was ich haben möchte. Ging bisher sehr gut.

Lady Lohmann

Der einzige Punkt, der etwas pikant sein könnte, ist, dass man auf einem Friedhof natürlich besonders vorsichtig sein muss. Man kann nicht wie ein Bulldozer über die Gräber trampeln um den besten Blickwinkel zu erheischen. Zum Glück bieten große Gräber meistens Wege darauf an, denn eine Pflege muss ja möglich sein. Ist schon ein komisches Gefühl dann darauf zu wandeln, aber ich denke, die Würde habe ich bisher gewahrt. Das sieht vermutlich jeder anders, weswegen ich schon versuche für mich zu sein, wenn ich Bilder davon mache. Wer möchte schon Streit an so einem Ort?

Für die Zukunft werde ich mal Wochenendtouren unternehmen, als da stehen an der Ohlsdorfer in Hamburg, der Stahnsdorfer bei Berlin, der Melaten in Köln, sowie der Johannisfriedhof in Nünerberg. Alles Orte, die man noch halbwegs gut erreichen kann. Und Bildfutter gibt es dort wahrlich genug. Ich werde das ein oder andere nicht neu erfinden, aber wer weiß, die Perspektive macht’s.

Wer selbst Spaß daran hat kann mich ja mal anschreiben.

Falco – wenn ein treuer Freund geht

Montag musste mein Hund eingeschläfert werden. Dobermann, gute 10 Jahre alt, vor 7 1/2 Jahren aus einem Tierheim bei Rheine, NRW geholt. Wobbler, Herzschwäche, Arthrose, Schilddrüsenfehlfunktion und zum Schluss Lymphdrüsenkrebs…. das alles war zuviel. Ich habe in den letzten Tagen seines Lebens alles mir mögliche versucht, dass seine Lebensqualität  so lange wie möglich erhalten bleibt, er fraß immer weniger, trank zum Schluss kaum noch und wollte nicht mehr seine Runde drehen, deutlicher kann es nicht sein.

Er schlief, als mein Tierarzt kam, er schlief von der einen Welt in die andere und war auch in dieser Phase seines Lebens so problemlos wie er es auch sonst gewesen ist. Das Herz wurde leiser und schwächer, bis es dann ganz aufhörte zu schlagen…. ein schlimmer Moment, auch wenn es für ihn eine Erlösung darstellte, so war es für mich tieftraurig und ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass ich sehr, sehr viel geweint habe. Es ist eine Erfahrung, ich weiß nicht, ob sie mich in meinem Leben weiter bringen wird, aber es ist ein Erlebnis, welches ich nie vergessen werde.

Ich habe ihn einäschern lassen, es war ein bewegender und würdevoller Moment. Ich habe seiner Seele hoffentlich den Weg zeigen können, als sie über die Regenbogenbrücke gegangen ist und nun ist er an einem Ort ohne Schmerz und Leid. Ich hoffe und bete, dass es ihm dort gut gehen möge.

Vielleicht, ich weiß es nicht, sieht man sich eines Tages wieder. Ich lehne diesen Gedanken nicht ab.

Im Nachhinein kommen die Vorwürfe, hast du dich genug gekümmert? Nein, habe ich bestimmt nicht und ich werde niemals behaupten der beste und idealste Hundepapa gewesen zu sein. So viel Eigenkritik muss sein. Doch ich war in der letzten Nacht seines Lebens bei ihm, habe ihn gestreichelt und zugedeckt, wenn er gefroren hat. Er konnte nicht die ganze Woche des nachts bei mir sein, zu unruhig war er und wer arbeiten muss, braucht auch seinen Schlaf. Natürlich bedauere ich das, aber es ist, wie es ist.

Ich war bei ihm, als er ging und ich habe seine letzten Wege begleitet, mehr konnte ich nicht tun.

Falco, schlaf gut und habe es jetzt besser, als in Deinem letzten Leben.

Du fehlst mir sehr.