Na, heute Abend so alleine? Lust auf ein wenig Action, aber zu faul um ausserhaus zu gehen? Kein Problem! Unser Staat kann Ihnen helfen. Jetzt und hier. Wie? Ganz einfach. Bekommen Sie z. B. Spam? Schauen Sie mal genau nach. Da ist nicht nur etwas wie »Dödelverlängerung« und blaue Pillen »für die Dauerschwellung bis das Hirn platzt« drin, da gibt es auch viel, viel mehr.
Dabei kommt es gar nicht so darauf an, ob Sie wirklich so eine kranke, perverse Sau sind und sich das gerne angucken. Was? Was ich meine? Na Bildchen von nackten Kindern und deren Missbrauch. Das mag fast kein Land auf dieser Welt und der Ablauf des »Genusses« findet oft in dunklen Kanälen statt. Aber das, was unsere inkompetente Regierung mit dem Stopschild beim künftigen Aufruf von Kinderpornoseiten im Netz plant, kann auch Ihnen dazu verhelfen, heute Abend kurzfristig Besuch z bekommen. Das danach der Rechner weg ist und man eventuell im Freundes- und Familienkreis als »Kinderficker« geächtet ist und, um die Katastrophe fett zu machen, möglicherweise noch seinen Job verliert, darf einem dabei nicht so wichtig sein. No risk, no fun!
Gegenüber heise online erklärte jetzt Ulrich Staudigl, Sprecher im Bundesjustizministerium, dass man in der Regierung durchaus eine Überwachung der von den Providern gehosteten Stoppseiten-Server durch Strafverfolgungsbehörden in Betracht zieht.
*schnipp*
Staudigl bestätigte in diesem Kontext, dass jeder Nutzer mit Strafverfolgung rechnen muss, wenn er dabei beobachtet wird, eine geblockte Webseite abzurufen: Ein »aufgrund der Umleitung zur Stoppseite erfolgloser Versuch, eine Internetseite mit kinderpornographischem Material aufzurufen, erfüllt die Voraussetzungen dieses Straftatbestands und begründet daher den für strafrechtliche Ermittlungen notwendigen Anfangsverdacht«. Die Unschuldsvermutung gelte aber weiterhin, denn »den Nachweis des Vorsatzes müssen selbstverständlich die Strafverfolgungsbehörden führen«.
Falls das Gesetz wie geplant in Kraft tritt, sollte sich allerdings jeder Internetnutzer genau überlegen, ob er noch unbekannte Webadressen ansurft. Geriete man etwa versehentlich oder durch böswillige Hinweise provoziert zu einem Stoppschild, würde dann de facto eine Hausdurchsuchung oder Schlimmeres drohen. Auch dies bestätigte Staudigl: »Ob und gegebenenfalls wer sich strafbar gemacht hat, wird regelmäßig erst durch die sich daran anschließenden strafrechtlichen Ermittlungen geklärt werden können.«
Sehen Sie, einmal sich verklickt schon kann die Höllenmaschinerie der Sicherheitsbehörden Ihnen einen netten Abend in Begleitung bescheren. Ob da noch irgendwo ein inkompetenter Richter rumfuhrwerkt ist fast egal. Fakt ist, da wird etwas installiert was beim geneigten Beobachter nach jüngster Aussage unserer Bundespräsidentenbewerberin den Verdacht hinterlässt, die Regierung bereite sich auf heftige Unruhen in unserem Land vor. Und wenn man die Medien unter Kontrolle hat, so hat man auch Kontrolle über das Volk.
Ob da noch ein Kind mehr oder weniger misshandelt wird tritt in den Hintergrund. Die einzige Hoffnung, die es gibt ist, dass die deutschen Behörden weder das Personal, noch die Ausbildung, noch die technische Ausstattung haben um hunderttausende von Verfahren einzuleiten, die ja zwangsläufig wären, will man den Aussagen der Sperrwilligen Glauben schenken, denn diese sprechen von 300 – 400 tausend Zugriffen.
Und an Schnellgerichte mit anschließender Wegsperrung kann ich angesichtes dieser Massen nicht glauben. Bleibt also nur, dass eine Zensur eingeführt wird. Und da man die zensierten Seiten geheim hält kann das auch nicht durch den Bürger kontrolliert werden. Und wer würde schon testweise Stopseiten aufrufen, wenn die Gefahr dadurch groß wird, dass morgen die KriPo einem Besuch abstattet?
Also. Wenn Sie sich alleine fühlen haben Sie nun die Gelegenheit dies zu ändern. Oder aber in Zukunft ganz genau darauf zu achten, was Sie wann und wo anklicken. Das kann dann schnell mal wortwörtlich in die Hose gehen.