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Archives: März 2009

Bei Heise.de gucke ich bald nicht mehr vorbei. Nun hat es die Schreielse aus dem Bundesfamilienministerium im Auftrag von (keine Ahnung, aber so blöd ist sie doch eigentlich nicht – hoffentlich…) geschafft. Deutsche Telekom, Vodafone/Arcor, Hansenet/Alice, O2 und Kabel Deutschland machen als Vorreiter der Zensur mit und sperren als erste die Seiten, auf die laut Behauptung von der Leyen 80 % aller User »per Zufall und aus Neugier« kommen würden. Ich kenne keinen, der »per Zufall und aus Neugier« je auf solch eine Seite gekommen ist. Was soll also diese schwachsinnige Behauptung? Sperren auf DNS Schwelle sind eh leicht als leichter zu umgehen und viele der KiPoseiten sollen sich auf europäischen, bzw. USA Servern befinden, was wäre also leichter als diese Seiten vom Server zu nehmen und die Veranwortlichen zu verfolgen?

Da ist doch etwas anderes im Busch. Und wer »die Würde des Kindes ist ein höheres Gut als die Massenkommunikation« rausposaunt sollte sich mal die Armutsstatistik allein in Deutschland angucken. Welche Grundrechte werden da jetzt auf die schnelle eingeschränkt, um Verbesserungen für die Kids zu erreichen? Ah, stimmt, ich vergaß, das kostet ja wieder Kohle und die werfen wir lieber den Banken in den Rachen. Verbote kosten nichts. Die Truppe der großen Koalition ist ein Haufen von unwählbaren Pappköpfen geworden die man einfach nicht mehr ernst nehmen kann und darf.

Es wird nicht lange dauern und man wird als Kunde eines der freiwillig mitziehenden Provider anfragen, ob es denn ein Sonderkündigungsrecht gibt. Oder wie man seinen DNS neu einstellt, so dass man nicht zensiert wird. Denn die einschlägigen Erfahrungen in anderen Ländern zeigen, dass es reichlich Kolateralschäden geben soll. Und ist dieses Technik erstmal eingepflanzt und schaut jedem User neben der Vorratsdatenspeicherung auf die Finder, so lässt sich bestimmt bald gegen andere unerwünschte Informationen im Netz vorgehen. Das dumme Wahlvieh wird begeistert in die Hände klatschen. Verarscht, verdummt und an der Nase herum geführt von unseren »kompetenten Medien« sehe ich uns wie die Lemminge über die Klippe hüpfen. Nicht jetzt. Nicht gleich. Aber es wird kommen.

Gute Nacht Grundgesetz. Gute Nacht Deutschland. Und nicht ein Kind auf dieser Welt wird weniger mißbraucht werden. Das ist der Punkt. Pfui.

2009 12 Mrz

Schulschießen

Filed under: Gesellschaft, Medien, Politik | RSS 2.0 | TB | Comments off

Traurig. Entsetzlich. Unbeschreiblich. Man kann den gestrigen Tag nicht groß in Worte fassen, aber ich sprechen allen mein Mitleid aus, denen dieser Tag eine harte und dramatische Wende in ihrem Leben beschert hat.

Das, was mich mit traurig macht sind die Medien, die Politiker und Schlauschnacker ohne Ideen aber mit lautem Wort. Die selbst ernannten Experten, wie ein Herr Pfeiffer, der sich Kriminologe schimpft. Bilder, der volle Name des Täters, Aufnahmen vom Tatort und vom Täter selbst. Angst. Hass. Titten. Und der Wetterbericht…

Wonach wird jetzt gesucht? Nach Ballerspielen, Splatterfilmen und Grunzmusik. Dann passt der Rahmen für einen grausamen Amokläufer. Ist er das? Was war der Auslöser? Unsere Gesellschaft verurteilt viel zu schnell und ist mittlerweile so sensibel wie ein Fleischerbeil. Es schreien die Narren nach neuen Gesetzesverschärfungen. Und? Was haben all die Verschärfungen in der Vergangeheit gebracht? Haben sie eine der Opfer vor seinem Ende bewahrt? Nein, haben sie nicht.

Der Gesetzgeber ist durch gefallen. Alles umsonst. Es gibt keine 100%tige Sicherheit, das ist und bleibt eine Illusion. Das Leben ist hart, und gestern war es noch einen Tick härter.

Mal sehen, ob die üblichen Verdächtigen versuchen werden ihr Kapital aus dieser Geschichte zu schlagen.

Mein Respekt gilt den Polizisten, die ein hohes Risiko auf sich genommen haben um den Täter zu stellen. Mein Mitgefühl gilt auch den Eltern des Täters, die durch einen Fehler ihn erst in den Besitz der Waffe gebracht haben. Nun haben sie nicht nur ihren Sohn verloren, sondern werden gebrandmarkt sein, stigmatisiert.

All denjenigen, die diesen Tag überlebt haben, die nicht getroffen wurden und die das Schicksal verschont hat wünsche ich ein Umdenken in ihrem Leben. Lernt es schätzen, macht etwas daraus, versinkt nicht wieder im grauen Alltag. Es ist dafür viel zu kurz und wie man heute sehen konnte kann es schnell vorbei sein.

Aber eines ist sicher:  Das wird nicht der letzte Amoklauf gewesen sein. Niemand weiß, wann und wo er stattfinden wird. Aber er wird kommen – leider.


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