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Archives: Januar 2009

2009 24 Jan

Ebay und wenn man Probleme hat…

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… kenne wir das nicht alle irgendwo? Man kauft etwas, bezahlt versicherten Versand und bekommt die Ware im gebrauchten Umschlag als billige Warensendung. Der Verkäufer tut sich fein raus, weil er hätte doch Schadenersatz bei Verlust leisten müssen, also sei das ein »Quasi versicherter Versand« und »schön, dass es angekommen ist«.

Oder der, der nach dem Verkauf und Prüfung auf Vollständigkeit auf fehlende Teile angesprochen wird und sich von mal zu mal immer sicherer wird, dass alles mit dabei gewesen ist und sich nun als Geschädigter hervor tut und behauptet, man habe die Teile anderweitig verwendet und wolle nun den Rest einfach nicht mehr haben… Beweise für das Vorhandensein der Fehlteile kann er aber ausser vieler Worte nicht beibringen. Also die Umkehr der Schuld auf den Käufer, nur weil der Verkäufer mangelnde Sorgfalt halt walten lassen und nicht vor dem Verkauf alles auf Vollständigkeit überprüft hat. Fehlerhafte Artikelbeschreibung nenne ich das, und nun geht der lange Weg durch das deutsche Rechtedickicht…

Manchmal wünscht man diesen, sorry, Arschnasen die Pest an den Hals. Frechheit, Feistigkeit und ein dickes Fell langen hier leider viel zu oft  in unserem Land um einfach Dinge auszusitzen. Ich habe ja sein Geld und er will ja was von mir, also soll er machen, was kratzt es mich, muss es wohl hinter etlichen Wohnungstüren dieser Republik schallen. Und wenn man sich dann durch den dicken Pelz gebrannt hat wird der Finger gehoben, man habe ja nichts, Privatinsolvenz.

All Euch Heuchlern, Dieben und Betrügern wünsche ich, dass Ihr mal an den Richtigen geratet und der Euch mit Moskau Inkasso, dem Mahnbescheid und einer ordentlichen Schadensersatzklage so den Hintern aufreisst, dass Ihr nie wieder Lust dazu habt, ehrlichen Leuten das sauer verdiente Geld aus den Taschen zu ziehen!

Seit Anfang diesen Jahres sind auch Internetzugangsanbieter dazu verpflichtet alle Verbindungsdaten 6 Monate zu speichern. Nach Skandalen bei Lidl, Telekom und nun auch der Deutschen Bahn wird einem ganz mulmig bei dem Gedanken dabei, wer denn da unsere Daten horten darf.

Um nun möglichst wenig von sich Preis zu geben, gerade bei persönlichen Erkrankungen wird z. B. auch gerne mal den Netz befragt oder eben um Auffälliges der Presse zu melden ist es sinnvoll sich nicht dabei vom Staat über die Schulter schauen zu lassen. Dabei geht es einfach nicht darum, dass unser Bundesverfassungsgericht bisher einen starken Riegel vor die Abfrage der Daten geschoben hat, nein, alleine dass die Daten vorhanden sind und vorrätig gehalten werden ist eine Sicherheitslücke für alle Bürger die sich in diesem Land im Netz bewegen (und natürlich auch telefonieren, denn das wird bereits länger gespeichert…).

Um Internetnutzer zum Einsatz von Anonymisierungsdiensten zu ermuntern, hat der Arbeitskreis auf seiner Homepage www.vorratsdatenspeicherung.de einen Vergleichstest von 17 internationalen Anonymisierungsdiensten veröffentlicht. Im Rahmen einer Sonderaktion verschenkt der Arbeitskreis dort außerdem 64 Zugänge zu kommerziellen Anonymisierungsdiensten im Wert von über 3.000 €.

Somit wird hier ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit der vernetzten Bürger gemacht und sollte fleißig genutzt werden!

Nun hat unsere Bundeswurfmutter der Nation, Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, ihren Kopf durchgesetzt:

Ziel der Sperre sei die steigende Zahl von kommerziellen Seiten, die Kinderpornographie verbreiten. »Ich zerstöre da einen lukrativen Markt, der auf dem Rücken zerschundener Kinder aufgebaut ist. Es ist unsere Pflicht, aktiv zu sein«, sagt die Ministerin. »Ich will einen Damm bauen gegen die Flut der Bilder, indem wir den Zugang für den Kunden blockieren.« Entsprechende Bilder wirkten oft wie eine Einstiegsdroge für den Konsumenten, der einfache Zugang sorge für einen »permanenten Hunger nach Nachschub«. Auf den Listen des Bundeskriminalamtes (BKA) seien schon über 1000 Webseiten verzeichnet.

Schön, dass man den Kunden den Dreck vermiesen möchte, aber wenn man schon die Adressen der Seiten kennt, und KiPo ist eigentlich in sehr vielen Ländern geächtet, wieso sperrt man diese nur und geht nicht dagegen vor? Was hilft es den Kindern, wenn die Kunden eben über verschlüsselte  Seiten und ausländische Proxyserver an ihre Sucht herankommen? Glaubt man wirklich, dass man Menschen davon abhält, die das wollen? Ich surfe schon lange im Netz und bin durch puren Zufall (zum Glück) noch nie auf eine solche Seite gestoßen. Das kann dann also entweder nicht so leicht sein oder die Seiten sind eben sehr gut versteckt.

Das Problem bei dieser Blockerei ist das, dass man eine Zensurmöglichkeit schafft. Wer weiß, was als nächstes kommt und so aufbereitet wird, dass die Bevölkerung das willig abnickt. Terrorseiten, Hacker, Serials, Urheberrechtsverletzungen, radikale Linke und Rechte, und dann sind da ja noch einige, die der Regierung nicht immer nach dem Mund schreiben. Da wird doch keiner »nein« sagen. Ist doch alles illegal und geht am Massenkonsum vorbei, dem man eine breite Straße bauen möchte.

Auch kann es zu Kollateralschäden kommen. Zahlendreher in der IP können immense Schäden erzeugen, gerade wenn es sich um kommerzielle, legale Seiten handelt.  Außerdem werden sich die Jungs, die Drecksseiten ins Netz stellen bestimmt nicht darauf ausruhen, wenn sie bemerken, dass man sie sperrt.

Weiterhin muss dann ja jeder Seitenaufruf gefiltert werden. Werden da Logs erstellt? Wer bezahlt den ganzen, unsicheren Mist?

Und zum guten Schluß:

Die von der Ministerin zitierten Erfolge lässt Süme nicht gelten: »Leider zeigt die Praxis, dass so genannte Internet-Sperren lediglich Scheinerfolge erzielen. Sie verdrängen das Geschehen aus dem für alle sichtbaren Bereich, aber dadurch wird das Leid keines einzigen Kindes unterbunden, kein einziger Täter gefasst und kein einziges Bild aus dem Internet entfernt.« Eine wirkungsvolle Blockade der kinderpornographischen Inhalte sei technisch nicht möglich.

Damit ist es auf den Punkt gebracht, bravo Frau Bundesfamilienministerin. Wer bringt unserem Politikervolk mal das Internet bei? Leider ist das Thema viel zu gut dafür geeignet jedweden Widerstand in eine neue Form der Zensur bereits im Keim zu ersticken. Und es wird so sein wie so oft, hat man erstmal den Schuh in der Tür wird man das teure neue Spielzeug anderweitig nutzen wollen. Glaubt es mir.

2009 1 Jan

2009

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Ich wünsche allen meinen Lesern ein gesundes, zufriedenes und natürlich erfolgreiches 2009. Möge sich stabilisieren, was ins Wanken gekommen ist und festigen, was gefestigt werden muss.

2009


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