Gestern hat Deutschland mit viel Glück gegen die starke türkische Mannschaft gewonnen. Gestern hat das Bundeskabinett still und leise den ELektronischenEinkommensNAchweis beschlossen. Im Jubel des Finaleinzuges wird wieder ein Datenmonster geschaffen, das kein Stück sicherer sein wird, als die Lecks in knapp 200 Ämter, die in den letzten Tagen durch die Medien geisterten. Mal ganz abgesehen davon, dass zentrale Dateien immer Begehrlichkeiten wecken, sobald sie da sind und einfach vor sich hin schlummern. Feist dazu ist, dass der Bürger die Chipkarte mit der elektronischen Signatur selber zahlen soll. Die Karte sei dann drei Jahre gültig und dann darf man vermutlich nochmals löhnen. Auch schön.
Natürlich ist die Industrie dafür, jeden Pfennig einsparen und in die eigene Tasche schaufeln, da waren sie ja schon immer groß. Oder man bringt die Kohle eben als Stiftung nach Lichtenstein…
Die Karten sollen alle Arbeitnehmer bekommen völlig losgelöst davon, ob sie denn irgendwann Leistungen des Staates (z. B. Kindergeld) in Anspruch nehmen werden. Eine Vorratsdatenspeicherung der anderen Art, aber nicht minder gefährlich. Man sei seitens des Bundesdatenschutzbeauftragten zwar nicht begeistert, könne aber damit leben. Die Installation einer sogenannten „Treuhänderfunktion“, in dem z. B. der Bürger durch eine PIN die Datenabfrage bestätigen muss ist doch nur reine Makulatur. Denn wenn ich Leistungen nicht bekomme, wenn ich meine Daten nicht frei gebe, kann ich mir den Wust auch gleich sparen.
Wie letztendlich die Sicherheit des Ganzen aussehen wird, wird uns vermutlich der CCC in nicht allzu weiter Zukunft vor Augen führen. Spätestens wenn der Chip in den deutschen Ausweisen geknackt und diese Chipkarte gehackt ist, kommt es zum Worst Case.
Unterm Strich geht also wieder Kosteneinsparung vor Datenschutz. Den Weg, den man seit dem 11.09.2001 beschritten hat, möchte man seitens der Regierung nicht mehr verlassen. Eines Tages sind wir so gläsern, dass man uns nicht mehr wahrnehmen wird…