… kann man hier sehr schön in diesem Blog nachlesen. Wenn man den Zeilen der Verfasserin folgt, so beschleicht einen ein komisches Gefühl, ja eine Gänsehaut geht einem den Rücken runter. Mit wohl gewählten Worten und wirklich nicht den Eindruck hinterlassend, es handele sich hier um irgend einen notorischen Staatsnörgler, die keine Ahnung hat wovon er schreibt. Nein, es sind die Worte eines Menschen, der der übermächtigen Überwachungsmaschinerie unseres Staates hilflos ausgeliefert ist und von vielen Seiten zu Recht Sympathien für die Art und Weise bekommt, wie er damit umgeht.
Letzte Woche wurde ich von einem Journalisten für Die Zeit interviewt, der unter anderem fragte, ob Überwacht-werden dazu führt, dass wir unser Verhalten ändern. Ich habe uns gerade neue, blickdichtere Vorhänge gekauft und wir denken darüber nach, sogar in der Küche einen anzubringen.
Andererseits gibt es auch weiterhin diese kleinen seltsamen Begebenheiten: Menschen, zu denen wir telefonischen Kontakt haben, haben plötzlich und bisher ungekannte Schwierigkeiten bei der Netzeinwahl oder der Aufbau von Verbindungen dauert länger. Letzt Woche war eine SMS eines Beschuldigten an einen Freund war eine Woche unterwegs, bis sie ankam.
Schlimm, wa sin unserem Land abläuft, und jeder, der für Schäubles Horrorvisionen ist und von »ich habe nichts zu verbergen« spricht weiß überhaupt nicht, was es bedeutet, wirklich vom Staat beobachtet zu werden.
http://annalist.noblogs.org/post/2007/10/03/sicherheitsknoten
Was mich daran erinnert, dass ich kürzlich in einem Telefonat versehentlich die Formulierung gebraucht habe “dann denken sie bestimmt gleich wieder, dass wir sofort irgendwelche Anschläge vorbereiten”, wobei ja meines Wissens niemand davon ausgeht, dass ich Anschläge vorbereite, und ich mir dann innerlich auf die Zunge biss, weil ja zu befürchten steht, dass das BKA samt BAW jetzt vielleicht denken, dass ich Anschläge vorbereiten wollen könnte. Was nicht so ist, (Hallo BKA, nochmal zum Mitschreiben: ich bereite keine Anschläge vor), aber vielleicht wird interpretiert, dass ich mich so sehr mit dem ganzen politisch-repressiven Schlamassel identifiziere, dass ich auch dazu gehöre? Dabei ist es lediglich so, dass ich von der Überwachung eben mitbetroffen bin und das alles insofern auch ziemlich persönlich nehme. Darüber, wie es sich auswirkt, schriftlich zu haben, dass alle Telefonate mitgehört werden, liesse sich auch einiges schreiben, vielleicht später.