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Archives: Oktober 2007

… kann man hier sehr schön in diesem Blog nachlesen. Wenn man den Zeilen der Verfasserin folgt, so beschleicht einen ein komisches Gefühl, ja eine Gänsehaut geht einem den Rücken runter. Mit wohl gewählten Worten und wirklich nicht den Eindruck hinterlassend, es handele sich hier um irgend einen notorischen Staatsnörgler, die keine Ahnung hat wovon er schreibt. Nein, es sind die Worte eines Menschen, der der übermächtigen Überwachungsmaschinerie unseres Staates hilflos ausgeliefert ist und von vielen Seiten zu Recht Sympathien für die Art und Weise bekommt, wie er damit umgeht.

Letzte Woche wurde ich von einem Journalisten für Die Zeit interviewt, der unter anderem fragte, ob Überwacht-werden dazu führt, dass wir unser Verhalten ändern. Ich habe uns gerade neue, blickdichtere Vorhänge gekauft und wir denken darüber nach, sogar in der Küche einen anzubringen.

Andererseits gibt es auch weiterhin diese kleinen seltsamen Begebenheiten: Menschen, zu denen wir telefonischen Kontakt haben, haben plötzlich und bisher ungekannte Schwierigkeiten bei der Netzeinwahl oder der Aufbau von Verbindungen dauert länger. Letzt Woche war eine SMS eines Beschuldigten an einen Freund war eine Woche unterwegs, bis sie ankam.

Schlimm, wa sin unserem Land abläuft, und jeder, der für Schäubles Horrorvisionen ist und von »ich habe nichts zu verbergen« spricht weiß überhaupt nicht, was es bedeutet, wirklich vom Staat beobachtet zu werden.

http://annalist.noblogs.org/post/2007/10/03/sicherheitsknoten

Was mich daran erinnert, dass ich kürzlich in einem Telefonat versehentlich die Formulierung gebraucht habe “dann denken sie bestimmt gleich wieder, dass wir sofort irgendwelche Anschläge vorbereiten”, wobei ja meines Wissens niemand davon ausgeht, dass ich Anschläge vorbereite, und ich mir dann innerlich auf die Zunge biss, weil ja zu befürchten steht, dass das BKA samt BAW jetzt vielleicht denken, dass ich Anschläge vorbereiten wollen könnte. Was nicht so ist, (Hallo BKA, nochmal zum Mitschreiben: ich bereite keine Anschläge vor), aber vielleicht wird interpretiert, dass ich mich so sehr mit dem ganzen politisch-repressiven Schlamassel identifiziere, dass ich auch dazu gehöre? Dabei ist es lediglich so, dass ich von der Überwachung eben mitbetroffen bin und das alles insofern auch ziemlich persönlich nehme. Darüber, wie es sich auswirkt, schriftlich zu haben, dass alle Telefonate mitgehört werden, liesse sich auch einiges schreiben, vielleicht später.

Und da ist er wieder, der nunmehr dritte (?) Streik der Lokführer der Gewerkschaft GDL. Und der Kunde soll langsam sauer werden (laut einiger Medien, andere behaupten weider das Gegenteil…). Aber mal ehrlich liebe Kunden und Nichtautofahrer der Deutschen Bahn: Würde ein Streik in Ihren Augen Sinn machen, wenn er nirgends bemerkt werden würde? Wenn das Arbeitsgericht diesen nicht für den Fern- und Güterverkehr verboten hätte (und somit nur der Nahverkehr übrig bleibt)? Das würde das Management der DB nicht mal jucken, und deswegen muss ein Streik öffentlich sein und eben so manchen in Geiselhaft nehmen.

Und Hand aufs Herz: Für Ihre eigenen Interessen würden sich doch auch keine Rücksicht nehmen (können), wenn es um mehr Lohn, bessere Arbeitszeiten und Arbeitsplatzsicherheit gehen würde, oder?

Deswegen muss das eben sein, was dort geschieht und weil alle auf stur stellen geht es eben nicht voran. Das haben aber andere zu verantworten, nicht die Lokführer. Denn die stehen am untersten Ende der Nahrungskette und versuchen nur wie so viele das heraus zu holen, was eben in dieser Zeit geht (unsere Politik und etliche Manager und Vorstände machen es ja regelmäßig vor).

Geduld, es geht vorbei.

Gestern in einem Fernsehmagazin auf RTL (ich lass gelangweilt eine Zeitschrift, da mich das dämliche Programm eh nicht anspricht), wurde plötzlich über die GEZ-Gebühren und die ÖR berichtet. Das lies mich aufhören!

Man berichtete, dass die deutschen Gebührenzahler 7,3 Milliarden Euro (!!!! :shock: ) an die GEZ zahlen würden und man mit der nächsten Erhöhung auf 8 Milliarden (kotz) kommen würde. Man fragte sich nun seitens der Privaten, was denn die ÖR mit all den Zwangsgebühren machen würden und zählte mehrere (nicht unbedingt gute Formate) der Privaten auf, die von den ÖR dreist kopiert worden sind. Auch die bei Interviews und politischen Veranstaltungen gleich im halben Dutzend aufschlagenden Kamerateams (nicht von den ganzen kleinen Spartensendern der ÖR wie WDR und Co, sondern es waren tatsächlich ARD, ZDF Teams) mit mehreren Technik- und Übertragungsfahrzeugen zeigten deutlich, wohin unsere Gelder schwimmen. Der RTL Übertragungswagen mit einem (!) Techniker, der amüsiert über seine ÖR Kollegen den Kopf schüttelte, sah dagegen wie die Sparausgabe aus.

Der Intendant der ARD (?) wurde daraufhin aufgesucht und angesprochen. Dieser hatte nichts Besseres zu tun als mehrere Formate aufzuzählen, die keine Kopie sind. Gut, die Tagesschau gibt es schon seit einer Zeit, da lag ich noch als Quark in der Ecke, das kann man dann auch schlecht zurück kopieren… :mrgreen:

Auch deren Webseite (wie reden hier immer noch von einer Grundversorgung der Bevölkerung seitens der ÖR…) war durch Onlinespiele »verseucht« und hatte eine Textredaktion, die den renommierten Zeitungen Konkurrenz macht. Gehört das noch zu einer Grundversorgung? Oder eher zu einer Abzockemanier, dass man ja auch jeden Bürger irgendwie erwischt, so dass er zahlen muss?

Ich frage mich, ob es auch andere europäische Staaten mit einem Zwangsgebührensystem gibt, damit man einen Fernseher, ein Radio überhaupt besitzen darf, auch wenn man die Sender gar nicht schaut oder keine Empfangsmöglichkeiten hat. In der heutigen Zeit, wo ARD und ZDF nebenbei noch 280 Millionen für die gesendete Werbung kassieren sollen, sollten wir das System um die ÖR und die GEZ nochmals dringendst überdenken, denn es ist eigentlich unnötig und kostet uns Bürger nur viel Geld für etwas, was wir anderswo eh schon durch den Preisaufschlag durch die Werbung bezahlen müssen.

2007 2 Okt

Horror – Hotlines

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Da will man einfach nur seine neue Bankverbindung mitteilen….

…. und sucht, da man es schnell und schriftlich machen möchte nach einer Faxnummer in den lustigen Werbeschreiben oder auf den Webseiten der Anbieter im Impressum, und versteht die Welt nicht mehr. Nein, Kontodaten per Mail verschicke ich ungerne. Deswegen schied dieser Weg einfach aus. Betroffen waren diesmal ein großer deutscher Kabelanbieter sowie ein Mobiltelefon-Provider. Beim Kabelanbieter hatte ich zwar eine Anschrift auf dem Werbeschreiben (kaufen sie dies, kaufen sie das), aber sonst nichts. Also die Webseite angesurft und festgestellt, dass die Daten dort sich auf einen Firmensitz stützen, der wiederum in meinem Schreiben nicht auftauchte. Im Onlinetelefonbuch hatte ich dann zwar eine Faxnummer, aber diesmal war der Sitz der Firma wieder in einer anderen Stadt…

Es half nichts, ich rief die im Impressum befindliche Münchner Nummer an. Da ich über eine Telefonflat verfüge war das die günstigste Option, die 0180er Nummer hätte Geld gekostet. Nach minutenlangem Musikgedudel und Versprechungen, es würde sich gleich jemand um mich kümmern, endlich das Freizeichen! Nach 5 Minuten dummen Gewarte legte ich auf. Also doch die 0180er Nummer gewählt, diesmal ging auch jemand ran…. toll.

Beim Handyprovider nicht ganz so, aber ähnlich. Eine dämliche und teure 0900er Nummer im Impressum und den Infoschreiben. Ganz klar zu teuer, aber nirgends eine andere Art der Erreichbarkeit über das Telefon/ Fax möglich. Also ein Fax an die 0900er Nummer geschickt, weil ich mir ausrechnete der Calltante (aus der Ukraine? Oder wo werden die jetzt ausgesourcet?) meine Bankdaten in Einzelbuchstaben und Zahlen zu buchstabieren würde länger dauer, als es schriftlich (zum eventuellen Übersetzen? Das wäre dann deren Problem) dort hin zu senden. Haste gedacht! Aus dem Lautsprecher meines Faxgerätes vernahm ich die üblichen Ansagen der Callcenter (Begrüßung, drücken oder sagen sie dies und das..). Als die Stimme dort meine Eingaben (es gab ja nur das Piepen des Faxgerätes) nicht einordnen konnte brach ich entnervt den Vorgang ab und rief doch an. Die Dame dort (sprach übrigens akzentfrei deutsch…) bemerkte schnell, dass ich etwas genervt war (weil ich auf meine Kosten wieder mal über einen längeren Zeitraum deren Musik und »werbe uns« Mist anhören musste) und sah zu, schnell die Eingaben vorzunehmen und mich darauf hinzuweisen, dass man keine 0900er Nummer mehr anzurufen bräuchte, sondern eine günstigere 0180er hatte. Auf meine Frage, wieso das nicht in deren Impressum der Webseite stehen würde antwortete sie, dass es erst heute (was für ein Zufall!!!) geändert wurde.

Als ich eben auf deren Website nachschaute, griente mich immer noch die 0900er an… Scotty ende.


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