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Archives: September 2007

Kann man bei Netzpolitik schön nachlesen. Einfach einen Hausbesuch seitens der Sicherheitsbehörden machen und alle Rechner beschlagnahmen. Schon ist es passiert, und alles wegen eines Posting in einem Forum, wo es mutmaßlich um ein Bombenattentat auf ein Ministerium gehen soll. Leider betrieb der Mann einen TOR-Server, dessen IP ermittelt werden konnte. Den Server hat man übrigens nicht mitgenommen…. aber den Mann dazu getrieben, seinen Service einzustellen, denn eine Hausdurchsuchung ist eben nicht ohne.

I explained them that I was a Tor-operator and what Tor is about. I showed them the letters from the Feds from the earlier incident to proove that I’m not bullshitting them. However, the coppers weren’t not so much into Tech-stuff and told me that a forensic unit will care about all my equippment. They searched everything: My attic, my office, my car, they digged through my wifes underwear, they found my old chmistry books very interesting, the flak-vest I own which I use when I go to strange countries, they found the fertilizer which I use for my chilli-plants, my microcontroller-experiments looked like an IED to them: Basically, EVERYTHING was suspicious.

They installed a new lock on my office’s door, although I eplained them that my Tor-server was running in a totally different city, like 500 km away! Funny enough, that server wasn’t confiscated. Ah, and I’m supposed to pay for the new lock. WE’LL SEE ABOUT THAT.

Mehr dazu auch beim Ravenblog.

Die trockene Wiedergabe der Ereignisse an dieser Stelle kann nicht den Schrecken und die Belastung wiedergeben, denen Alexander durch das Vorgehen der Polizei ausgesetzt wurde und man kann verstehen, dass Alexander nach diesem zweiten Vorfall für sich und auch seine Frau, die davon mitbetroffen ist, die Konsequenz zieht, seinen Tor Exit Server abzuschalten…wieder ein Tor Exit Server mehr, der in Deutschland verschwinden muss.

2007 17 Sep

Jung und die Verfassung

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Manche in der Politik haben`s nicht so mit der Verfassung: Unser aller geschätzter Bundesverteidigungsminister möchte gerne Flugzeuge vom Himmel holen, die mit Terroristen besetzt sind. So weit so gut. Das BVG hat dazu gesagt, dass wäre nur dann möglich, wenn sich ausschließlich böse Buben auf dem Flieger befinden würden. Die Zeile aber muss Herr Jung überlesen haben.

»Im Notfall müsse er vom Recht des übergesetzlichen Notstandes Gebrauch machen… aber wenn es eine gemeine Gefahr der freiheitlich-demokratischen Grundordnung droht, dann gelten andere Regeln« so seine Äußerungen. Nun könnte man meinen, um den guten Mann wieder auf den Teppich zu bringen müsste einfacher Gesetzesbruch reichen: Eine Tracht Prügel auf den nackten Hintern (Körperverletzung, autsch). Aber unserereins würde man dafür bestimmt verknacken, ein Minister tritt ja nur zurück…

Um die Verfassung zu brechen bräuchte er dann noch »mit Abstimmung der Luftwaffe für einen nötigen Abschuss nur jene Piloten, die auch den Hintergrund dieser schwierigen rechtlichen Frage dazu bereit wären, einen solchen Befehl auszuführen…« . Anders gesagt: Blöde Killermaschinen, die sich einen Scheiß um unserer Verfassung scheren.

Wir haben wirklich Demokraten in unserer Regierung. Die »Rolling Security« und nun Herr Jung. Und unser kleines Mädchen aus dem Osten nickt alles ab, DDR macht`s möglich…

Ja, was war das denn?

Urteil im Gebührenstreit: ARD und ZDF dürfen mehr verlangen
17,03 Euro – Auf diese Summe hatten die Ministerpräsidenten die Anhebung der GEZ-Gebühr bei der letzten Runde im April 2005 gedeckelt. Damit waren sie deutlich hinter der Empfehlung geblieben, die die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) gegeben hatte – rechnerisch 28 Cent, wenn man die Verschiebung der ursprünglich für Anfang 2005 geplanten Anhebung mitberechnet. Sie wichen damit das erste Mal von der Empfehlung ab und begründeten das mit der schlechten wirtschaftlichen Lage und der hohen Arbeitslosenzahl. Und diesen Eingriff der Länder haben die Richter des Bundesverfassungsgerichts nun als verfassungswidrig eingestuft. Den Richtern zufolge haben sie damit die Rundfunkfreiheit verletzt.

Da muss ich unserer Verfassungsrichter, die ich für durchaus sehr integere Menschen halte, mal tadeln: Das Urteil mag Verfassungskonform sein, aber moralisch halte ich es für eine Dauerbetonsechs. Die ÖR verdienen mit Ihrer durch die GEZ eingezogenen Kohle mehr als alle privaten Sender mit ihrer Werbung zusammen, und damit kann man nicht auskommen? Für was wird denn noch mehr Geld benötigt? Für Internetplattformen, damit man jetzt auch die PC Nutzer abzocken kann?

Natürlich wolle man seitens der ÖR keinen Nachschlag fordern, ich denke, weil man den Aufschrei der gebeutelten Steuerbürger sonst bis nach Grönland hätte hören können. Aber dafür planen sie knapp über 1,40 € gesamt für die nächste Erhöhung Anfang 2009, damit ist dann auch der«Nachschlag« gut abgefedert….

Anstatt für nachgemachtes Billigprogramm der Privaten sollte man die ÖR auflösen und sie dazu verdammen wie ein wirtschaftlich abhängiges Unternehmen ihrer Unterhalt zu verdienen. Wenn der warme Geldregen jeden Monat satt in den Kassen klingelt, ist man ja bestimmt auch geneigter mal alle Fünfe gerade sein zu lassen.

Die Sender können nun sogar eine Art Entschädigung verlangen: Denn wie die Karlsruher Richter weiter urteilten, dürfen sie in der nächsten Periode der Gebührenfestsetzung einen Ausgleich für entgangene Einnahmen verlangen, sollten diese für Investitionen notwendig sein. Die Kläger beziffern den Einnahmeausfall auf rund 440 Millionen Euro.

Sparen Mädels, sparen, sparen sparen und nochmals sparen, sage ich da nur. Ich habe die letzten Jahre auch nicht mehr Geld in der Tasche, kann mir aber auch nicht einen Cent mehr durch einen Zwangseinzug beschaffen. Auch eine Klage hätte wohl wenig Aussicht auf Erfolg. Und wenn ich das können muss, müsst ihr das auch. Man muss als Sendeanstalt nicht jeden Mist mitmachen, den die Privaten vorkochen und wegen schlechter Quoten dann aus dem Programm holzen.

Schön wäre es, wenn ich meine Finanzen auch mittels einer Kommission aufpäppeln könnte, kann ich aber leider nicht. Und wie unabhängig diese wirklich ist – keine Ahnung. Dann können wir ja schon mal anfangen zu sparen, um die Gebühren ab 2009 zu bezahlen. Denn auch wenn ich kein Fernsehen schaue, so hätte ich ja die Möglichkeit dazu, wenn ich eine Glotze mein Eigen nenne. Dann gehe ich mal eben schnell Kindergeld beantragen…. :roll:

… für diese grandiose Aktion der Sicherheitsbehörden! Danke, dass sie diese vermeintlichen Bomber dingfest gemacht haben und danke, dass uns nichts passiert ist.

Was mit mir los ist? Nichts, aber ich denke nach all der Schelte sollte man auch mal Danke sagen können. Denn unsere Jungs (von der Polizei) haben uns gezeigt, dass es auch ohne Onlinedurchsuchung, Vorratsdatenspeicherung und sonstigem Überwachungsnonsens geht, top Fahndungs- und Ermittlungsarbeit zu leisten. Voraussetzung: Genug Personal und Geld, um diesen intensiven Job erledigen zu können.

Ob nun von Geheimdiensten inszeniert, um zum 11.09. nochmals richtig Druck auf den Schäublischen Überwachungskessel zu machen, oder eben nur ein dummer »Zufall«, dass diese Täter den Anschlag geplant haben, so wurde uns Bürgern gezeigt, dass, wie auch schon davor in Madrid und London, man durchaus bestens in der Lage ist mit herkömmlichen Mitteln die Sicherheit in unserem Land aufrecht zu halten.

Und trotz wachsender Terrorangst in Deutschland, ich habe mehr Schiss davor von einem besoffenen Autofahrer über den Haufen gefahren zu werden, als bei einem Anschlag ums Leben zu kommen. So sehen nämlich die Risikoverhältnisse hierzulande aus.

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Etwas anderes wird uns wohl vor lauter Überwachung nicht übrig bleiben.

Und, wer das entschlüsselt bekommt eine Belohnung von mir….  :mrgreen:

2007 4 Sep

Schäuble will die 18 nicht

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Muss man eigentlich zwei Seelen in der Brust tragen um heutzutage Innenminister zu werden? Warum ich das frage? Ganz einfach, unserer Bundesschäuble wollte den jungen Sportschützen etwas Gutes tun und die Altersgrenze wieder auf 18 Jahre senken, die ja nach dem Schulmassaker vor einigen Jahren angehoben wurde. Begründet wurde das mit der Erfahrung, dass diese Altersanhebung nicht wirklich mehr Sicherheit gebracht hat und man das Waffengesetz »europäisch harmonisieren« wollte. So weit, so gut.

Nun bliesen sich aber einige Kritiker derart auf, dass man gar nicht so schnell bis Fünf zählen konnte wie Schäuble einen Rückschritt machte (hallo, macht Euch keine Hoffnung, Rückschritt, nicht Rücktritt..). Nun kommen wir zu den zwei Seelen: Auf der einen Seite uns Bürger bis in die Unterwäsche überwachen wollen (natürlich auch mit der Begründung der »Europäisierung – siehe Vorratsdatenspeicherung – und auf der anderen Seite den jungen Leute dicke Knarren in den Wandsafe beamen, das geht so natürlich nicht.

Wobei: Hier sollte man die Sicherheitsschraube pro Bürger etwas gelockert werden, kaum kommt Protest, schon zieht man sie wieder fest. Bei all dem Protest gegen VDS und Onlinedurchsuchung (um mal zwei Schlachtfelder zu nennen) müsste er ja analog genauso fix seinen Hintern aus der Schussbahn bewegen, aber es tut sich nichts.

Ich bekomme also den Eindruck, pro Bürger zieht man gerne man schnell zurück wenn ein paar Kollegen maulen, aber gegen den Bürger kann sich dieser noch so sehr aufregen, da wird knallhart durchgezogen, was man sich als IM in den Kopf gesetzt hat. Schon sehr merkwürdig, dieser Mensch…

Wie man bei Spiegel Online erfahren darf (und auch in der heutigen Tageszeitung) gedenkt Anti Bürgerrechtsminister Schäuble seine elektronische Schnüffelsoftware, auch Bundestrojaner genannt, auch ohne richterliche Erlaubnis bis zu drei Tage Festplatten durchsuchen zu lassen. Weiterhin soll die Schnüffelei nicht nur auf den Verdächtigen begrenzt, sondern auch ihm nahe stehenden Personen ausgeweitet werden, was z. B. bei einer Mitbenutzung des Rechners durch Familienangehörige der Fall wäre.

Weiterhin soll
»auch der Personenkreis, auf den das BKA seine Ermittlungen ausweiten kann, ist dem Bericht zufolge in dem Gesetzesentwurf deutlich weiter gefasst als bislang. So sollen die Ermittler künftig nicht nur von Terrorverdächtigen Daten erheben dürfen, sondern auch von »Kontakt- und Begleitpersonen«, derer sich potentielle Täter »zur Begehung der Straftat bedienen könnten«.«

Das zum Thema der engen Begrenzung dieser sehr einschneidenden Maßnahme. Und wer will wirklich einen Glauben machen, dass eine solche Maßnahme, die sogar mit einer Verfassungsänderung einher gehen könnte, nur für lächerliche 10 Fälle im Jahr angewendet werden soll? Und man führe eine »hysterische Diskussion«, ja, völlig zu Recht, wie ich finde, denn langsam kommt das ganze hässliche Gesicht Schäubles zutage. Und es wird nicht bei terroristischen, pädophilen und orga Fällen bleiben, womit man nun versucht, das Ding durchzudrücken. Das wird, wenn der Fuß erst einmal in der Tür ist, irgendwann runter gebrochen bis zum einfachen Urheberechtsverstoß, den man gerade seitens des Justizministeriums versucht zu bagatellisieren (Begrenzung der Abmahngebühren).

Gut ist, das Informationen über diese Heimlichkeiten an die Öffentlichkeit gelangt sind, denn alleine diese Geheimhaltung zeigt doch, was man da hinter verschlossenen Türen versucht. Eine Überwachung vieler Bürger ohne jegliche Kontrolle durch richterliche Instanzen durchzuführen. Aber auch der Richtervorbehalt ist keine wirkliche Bastion für die Bürgerrechte, werde doch häufig technisch unerfahrenen Richtern die Durchsuchungswünsche seitens der Polizei »mundgerecht« vorgeschrieben. Mangels technischen Eigenverstandes wird sicherlich mehr unterschrieben, als unterschrieben werden dürfte.

Hier die druckbare Version aller bisherigen Ideen zur Umsetzung der Schnüffelei.

Wer einigermaßen am Computer versiert ist und den immer wieder auftauchenden Ermahnungen nach Sicherheit gerade im Hinblick auf das Internet Beachtung schenkt, kann durchaus eine versteckte Schnüffelsoftware entdecken. Gerade dann, wenn sie Daten überträgt, denn dies lässt sich mittels Software nachvollziehen, auch wenn die eigenen Sicherheitsprogramme nicht auf den Trojaner aufmerksam werden.

Für total schwachsinnig ist die Art und Weise, wie man denn auf die Ausstattung des Verdächtigen kommen möchte: Mit einem Hausbesuch. Dann kann man gleich den Durchsuchungsbefehl mitbringen und den Rechner komplett einsacken. Doch die Angst vor verschlüsselten Dateien ist wohl größer und gerade dies möchte man vor der Verschlüsselung abfangen können. Als Krimineller würde ich jetzt meine digital erfassten Pläne auf einem nicht mit dem Netz verbundenen PC erstellen, diese dort verschlüsseln und erst dann auf den Internetrechner mittels gebranntem oder schreibgeschützten Datenträger (um eine Infizierung durch den BuTro zu verhindern) übertragen. dann sind nur noch Kommunikationswege erfassbar, und das geht auch ohne BuTro.

Die Eile, mit der man seitens des BMI drängt, ist verdächtig. Als ob man noch schnell vor dem Urteil des Verfassungsgerichts sein Gesetz durchprügeln möchte? Und die Begründung, man benötige dies jetzt dringend, weil Informationen abgerufen werden müssten ist schon mehr als frech. Als ob vorhandene Ermittlungsmethoden in der Vergangenheit nicht absolut ausgereicht hätten.

Jetzt können wir nur noch beten, dass unserer Verfassungsgericht, welches in den letzten Jahren leider immer wieder unsere Herren Politiker auf den Boden der bürgerrechtlichen Tatsachen zurück bringen musste, auch diesmal wieder eine weise Entscheidung trifft.  :evil:


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