Da klappe ich heute morgen die Zeitung auf uns mit dicken Buchstaben wird über den Bundestrojaner berichtet. Man möchte ihn per Mail zustellen mit dem Absender von Behörden. Aha. Das Problem dabei ist, woher weiß, nehmen wir mal mein Finanzamt, bitte schön meine Mailadresse? Die haben keine von mir bekommen. So, und nun schreiben die mir, bitte doppelklicken Sie auf den Anhang damit ihre Steuersoftware auf die Version 4.3.6.7.8 gepatcht wird. Danach bekommen sie 500 Euro mehr aus Ihrer Steuererklärung heraus… *grins*
Ja, ne, schon klar. Da wird mal an jeder Ecke von Computerzeitschriften, ja sogar seitens des BSI auf die Gefahren des Internets hingewiesen und dann klickt man mal eben auf irgend so einen Anhang. Okay, genug Idioten gibt es ja immer noch. Hoffentlich gehört dann der böse Terrorverdächtige auch dazu und lässt seinen Rechner unter Windows laufen (woher wollen die eigentlich mein Betriebssystem kennen???) im Adminmodus laufen, sonst installiert sich das Mistding nämlich nicht richtig..
Also müssten Terrorverdächtige jetzt zusehen, alle auf den Mac oder selten benutzen Linuxsysteme umzusteigen, Behörden werden, wenn überhaupt über einen harmlosen Windowsrechner angeschrieben und schon ist man relativ gut geschützt. Besser noch, Mord- und Terrorpläne auf einem vom Netzt getrennten Rechner zu schreiben um diese auf dem zu verschlüsseln und dann erst durchs Netz zu jagen.
Das Problem wird sein, dass man nicht mal mehr Behördenmails vertrauen darf, unter gar keinen Umständen. Denn die nachträgliche Benachrichtigung einer heimlichen Durchsuchung, dass die dann kommen würde, wer das glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann.
Schaar unterstrich in der »Frankfurter Rundschau«, die sogenannten Bundes-Trojaner dürfe es auch in Ausnahmefällen nicht geben. »Die Polizei darf sich nicht als Jugendamt Köln ausgeben, um eine Ermittlungssoftware auf dem Computer des Betroffenen aufzuspielen. Das ist auf gar keinen Fall zulässig«, betonte er. Wer einen elektronischen Brief vom Jugendamt oder Finanzamt bekomme, »muss sicher sein können, dass das Schreiben auch von diesen Ämtern stammt und nicht etwa vom BKA«.
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Der Grünen-Innenexperte Wolfgang Wieland kritisierte: »Wer Behördenpost als Träger von Spionageprogrammen einsetzt, untergräbt das Vertrauen der Bürger in staatliche E-Mails.« Es sei auch naiv zu glauben, dass Terroristen, die konspiratives Arbeiten gewöhnt seien, sich auf diese Weise foppen ließen. »Bundes-Trojaner als E-Mail-Anhang sind in etwa so unauffällig wie Personenbeschattung in Schlapphut, Sonnenbrille und grauem Trenchcoat.« Schäubles Pläne seien ein »großer Schnüffelangriff«, sagte der Rechtspolitiker der »Berliner Zeitung«.
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Der FDP-Innenexperte Max Stadler forderte in der »Frankfurter Rundschau«, »diesen Unsinn muss das Parlament stoppen«. Dies hatte zuvor auch der Linke-Innenexperte Jan Korte verlangt und vor einer »Schnüffelsoftware« gewarnt. Das Verschicken gefälschter E-Mails zerstöre das Vertrauen in die Institutionen. »Niemand wird mehr Behörden-Mails Glauben schenken, weil Schnüffelattacken zu befürchten sind«, erklärte er.
Genau so sehe ich das auch. Aber wer weiß, vielleicht kommt das ja gar nicht per Mail, denn es soll technisch gesehen andere Methoden geben. Vielleicht wird das nur vordergründig diskutiert um Verdächtige auf die falsche Spur zu bringen… Nachtigall, ick hör`dir trapsen.

