Fast tagtäglich schlägt einem bei der Lektüre der Tageszeitung der Name Murat Kurnaz entgegen. Wer immer noch nicht weiß, wer dieser Mann ist, braucht nur auf seinen Namen oben zu klicken, den Rest macht Wikipedia.
Was mich an der Geschichte so maßlos ankotzt ist die Tatsache, dass man einen Tag liest, dass alles über ihn grob gesagt erfunden war oder jedweder Grundlage entbehrt, den anderen Tag haben BKA, Verfassungsschutz, Bundesschily und der härtestes Bürgermeister Bremens, Herr Röwekamp alles, aber auch alles richtig gemacht und Kurnaz ist ein böser, böser Mensch.
Ja was denn nun? Ich steig da nicht mehr durch und bekomme den Verdacht, dass man so lange vor dem Untersuchungsausschuss die Schuld im Kreise drehen lässt, bis ihr schlecht wird und sie abhaut. Dann ist es wieder mal keiner gewesen und der Mann ist selbst verantwortlich.
Ich wünsche mir einfach mal, gerade vor den Wahlen hier, dass sich, egal wer es denn nun war, der Veranwortliche vorne hin stellt und mal ein »Mea culpa« aufsagt. Gut, die Karriere ist dann erstmal vorbei aber in irgendeinem Amt oder Aufsichtsrat wird sich ein warmes Plätzchen finden, da bin ich mir sicher.
Und sollte es Kurnaz selber gewesen sein, dann hat er seine Strafe dort in Guantánamo ordentlich »genießen« dürfen und wenn jetzt nichts mehr gegen ihn vorliegt sollte man es dabei beruhen lassen. Aber diese Verwirrungstaktik riecht förmlich nach Fehler im System, und das lässt in mir böse Ahnungen bezüglich anstehender Überwachungsgesetze aufkommen. Wehe dem, der dann in diese Mühlen gerät….