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Archives: November 2006

2006 23 Nov

Der »Sicherheitsstaat« – eine »böse« Behauptung?

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Terror, Unterschicht, Arbeitslosigkeit, ein veraltetes Schulssystem, Verlierer…. ist das zwangsläufig ein Ergebniss unseres Seins, oder wird da an bestimmten Ecken von bestimmten Leuten »geschraubt«, um seine eigene Macht zu erhalten?

Verschwörungstheorien sind vermutlich so alt wie die Menschheit. Wenn man sie sich durchliest, kommt einem schon der Eindruck, das könnte stimmen. Das Problem liegt im Beweis, denn kaum ein Normalbürger ist in der Lage, dies wirklich nachzuvollziehen. Also bleibt einem nur die eigene Meinung, Einstellung oder auch Bildung, um das zu glauben oder nicht.

Die Linkezeitung hat dazu mal einen Artikel verfasst.

Deutschland ist auf dem Weg in einen neuen totalitären Staat. Die „Eliten-« und Herrenmenschen errichten hinter dem täglich dünner werdenden demokratischen Firniss eine neue Diktatur. Kritische Beobachter wissen dies schon lange und analysieren die „Deutschen Zustände« mit großer Sorge.

Die Parteien und ihr Personal haben die soziale Demokratie und damit die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland verraten und das Land in einem 25-jährigen „Umbau«-Prozeß gesellschaftlich zu Grunde gerichtet. Sie haben Deutschland in Arme und Reiche gespalten. Die neoliberale Umgründung der Bundesrepublik Deutschland ist erfogt. Die herrschenden Parteien sind politische Kadaver, ihre Akteure längst zur eigentlichen Gefahr für die deutsche Demokratie geworden.

Dass man Sorge um die Zukunft haben muss, zeigen nicht nur Massenarbeitslosigkeit und Terror. Jeder sollte sich fragen, was denn die Zukunft bringen kann.

Die Auswanderungszahlen steigen stetig. Ist es denn woanders wirklich besser? Diese Frage muss sich jeder für sich selbst beantworten. Doch das Vertrauen in den Staat schwindet, durch hohe Belastungen, Überwachung und die Spaltung der Gesellschaft in Arme und Reiche. Eigenveranwortlich, dass soll jeder sein. Heisst das, wir kümmern uns nur noch um uns selbst? Dann werden mehr solche tragischer Ereignisse kommen wie in Emsdetten.

Wieviel Verschwörung ist wirklich dran an dem Artikel? Manchmal glaube ich mehr als mir lieb ist…

Wie bei Gulli.com zu lesen, scheinen nach den schrecklichen Ereignissen in Emsdetten etliche Webmaster sich genötigt zu sehen, ihre Websites und Foren von Einträgen des jungen Mannes (Nickname:ResistantX) zu säubern.

Ein bizarrer Fall von Netzzensur folgt auf den Amoklauf des 18-jährigen Sebastian B. in Emsdetten. Der ehemalige Schüler, der bei seinem Amoklauf 5 Menschen zum Teil schwer verletzte und sich anschließend selbst tötete, berichtete in Webseiten und Foren über die Vorgeschichte seiner Tat. Nur verschwinden die Webseiten mit atemberaubender Geschwindigkeit, werden Foren deaktiviert, in denen der Amokläufer geposted hat.

Wovor hat man Angst? Oder soll das Ekel ausdrücken? Will man sich reinwaschen weil man fürchtet, man könnte selbst Verantwortung für den Vorfall tragen?

Bei Gulli findet man noch Links zu Seiten, in denen der junge Mann noch nicht »ausgelöscht« wurde. Aber eine Frage bleibt:

Die Zensierer sollten sich jedoch fragen, ob sie die Statements eines Jugendlichen, dessen Anliegen im Internet offensichtlichst darin bestand, gehört zu werden, ins Datennirvana schicken wollen.

Nach seinem Tod soll er genauso wenig gesehen und gehört werden, wie vor der Tat. Aus den Augen, aus dem Sinn – unsere Gesellschaft.

Edit:

Hier kann man seine Meinung im Gästebuch von hart aber fair eintragen.

Nach dem grauenhaften Amoklauf eines jungen Mannes in Emsdetten kommt wieder mal reflexartig die Suche nach dem einzig wahren Schuldigen bei unseren Politikern auf: Ballerspiele. Würde es diese Spiele nicht geben, so könnte man meinen, gäbe es nicht nur keine Amokläufe mehr, auch Mord und Totschlag, Vergewaltigung, Körperverletzung, ja ganze Kriege würden nicht mehr geführt werden…

Was hat die Menschen bloss nur vor 500 Jahren dazu getrieben, eben genau das o. g. zu tun? Hm, tja, da muss ich passen, keine Ahnung. Die Computer kamen ja erst ein »wenig« später in Mode… komisch.

So ein Quatsch! Verbote helfen gar nichts, es gibt keine bewiesenen Studie, dass es zutrifft, dass Ballerspiele gewaltig machen. Und wer verbietet schiebt das ganze nur in eine dunkle Ecke, und dort wird weiter gezockt.

Was müsste es tagtäglich in Deutschland knallen, wenn dem tatsächlich so wäre? Wieviele Ballerspieler-Spieler gibt es? Tausende. Und?

Der junge Mann war vorher krank, fühlte sich einsam und vernachlässigt und wurde in die Rolle eines Verlierers gedrängt. Und das bestimmt nicht von einem Computerspiel, sondern von anderen Mitmenschen, denen man eine Mitverantwortung vorwerfen könnte.

Ich wage aber mal zu prognostizieren, dass gar nichts passieren wird. Weil kein Geld und Personal vorhanden ist. Ballerspiele wird es weiter geben und leider auch tief deprimierte Menschen, die einen werfen sich vor den Zug, die anderen lassen sich behandeln. Und nur ein klitzekleienr Teil macht das, was in Emsdetten geschehen ist. Traurig, aber Realität.

Die Spieleentwickler haben bereits reagiert.

2006 21 Nov

Netpublics nervt?

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Wie schon hier als Kommentar stehend scheint sich jetzt die Netpublicstruppe auch in der Webhostlist ihren »Fans« mit als nervende Werbung empfundene Postings den letzten selbigen zu rauben.

Stellen Nepu, Taschengeldhoster und Orange ja schon eine beeindruckende Anzahl Varianten nur eines Hosters da, so scheint man in der Webhostlist über ziemlich viele angelegte Nutzeraccounts zu verfügen, um weiterhin den Lesern trotz einiger gesperrter Zugänge mit seiner alles füllenden Werbung zu umgarnen.

Dass dies zahlreichen Usern auf den Geist geht, ist gut vorstellbar. Dass die paar Supportleute nebst Inhabern dafür soviel Zeit zu haben scheinen, drängt den Verdacht auf, man hat nicht viel Supportarbeit zu leisten, die Server laufen, die Kunden sind zufrieden…

Das sah ja vor kurzem noch ganz anders aus, wollen mal hoffen, dass der Kunde nicht zu kurz kommt.

Aber, was haltet Ihr von aufdringlicher Werbung? Muss man das machen, wenn man ausschließlich zufriedene Kunden zu haben scheint, so wie man das aller Orten durch Netpublics und Co publiziert? Eigentlich ist doch Mundpropaganda die beste Werbung.

2006 19 Nov

Children of Men

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Wer nun partout nicht in Weihnachtsstimmung kommen möchte und sowieso das Ende der Welt nahen sieht, ist in diesem Film gerade richtig. Farbarm, mit teils wackeliger Kamera gedreht, in England spielend, Schmutz, Dreck, Elend und Gewalt machen diesen Film zu einem 110 minütigen, düsteren Ereigniss.

Im Kino selbst war es während des Films ruhig, bis auf die paar kleinen eingestreuten Jokes war der Film ein mentaler Runterriss in den Depressivkeller. Die Gewaltdarstellung erinnerte mich teils an der »Soldat James Ryan«, hart, kompromisslos, ohne irgendwelche Zeitlupen und Megahelden. Wobei der eigentliche Held hier mal nicht zum massakrierenden Killer mutiert, sondern einfach nur versucht, seinen und den Hintern der einzigen schwangeren Frau, die er begleitet, zu retten.

Die Welt ist unfruchtbar, eigentlich am Ende und überall regiert das Chaos. Die Szene ist schon irgendwo bezeichnend, als die beiden Hauptdarsteller mit dem schreienden Baby unter dem Arm inmitten eines Feuergefechtes für wenige Minuten Frieden einkehren lassen. Menschen bekreuzigen sich und das Kindergeschrei dringt durch den hintergründigen Kampflärm. Der Wahnsinn der Auseinandersetzung wird einem da richtig bewusst.

Wer auf wirkliche Happy Ends steht, sollte diesen Film meiden. Er ist und bleibt traurig und düster, aber er wirkt nicht mal surreal, weil all das durchaus passieren kann, und wer die täglichen Nachrichten verfolgt weiß, wie Mensch und Wahnsinn oft eng beisammen stehen.

Meine uneingeschränkte Empfehlung, ein Film, der durchaus nachdenklich machen sollte.

childrenofmen.jpg

2006 15 Nov

E-Mail-Account nur noch gegen Identitätsnachweis?

Filed under: Recht | RSS 2.0 | TB | Comments off

Eine Horrormeldung von Heise Online.

Die Inkompetenz unserer Sicherheitspolitiker scheint neue Dimensionen anzunehmen. Nun hat man in dem neuen Gesetzesentwurf zur Telekommunikationsüberwachung vor eine Identifizierungspflicht  für z. B. E-Mailkonten einzuführen sowie eine Vorratsspeicherung von Verbindungsdaten bei Anonymisierungsservern.

Auch »wer einen Anomymisierungsdienst betreibt und hierbei die Ausgangskennung des Telekommunikationsnutzers durch eine andere ersetzt«, betreibe einen Telekommunikationsdienst für die Öffentlichkeit und unterliege damit den gleichzeitig vorgeschlagenen Verpflichtungen zur verdachtsunabhängigen Speicherung von Verbindungsdaten für sechs Monate. Und die Anbieter von E-Mail-Konten müssen nach dem Entwurf Kundendaten erheben und ihre Nutzer so eindeutig identifizieren. Die rasche Eröffnung eines Accounts ohne Vorlage eines Personalausweises bei einem deutschen Webmail-Dienst dürfte damit passé sein.

Wobei hier die Betonung auf deutschen Maildienst liegt. Nur, wie meschugge muss man eigentlich sein, wo es doch dutzende ausländische Mailanbieter sowie unzählige Anonymisierungserver im Ausland gibt, hier solche Vorschläge zu machen? Von wem werden die Damen und Herren Entscheider da eigentlich beraten?

Und auf den Kosten werden die Provider und dann die Kunden sitzen bleiben, auch wenn man das seitens des Gesetzgebers zu ignorieren versucht:

Die »zur Erfüllung der Speicherungspflichten erforderlichen Investitionen« und gegebenenfalls gesteigerten Betriebskosten bei Providern tut das Papier als Peanuts ab und erwartet kaum Auswirkungen auf die Verbraucherpreise. Den Aufwand der betroffenen Unternehmen für das Beantworten von Verkehrsdatenabfragen will das Ministerium mit den niedrigen Sätzen zur Entschädigung von Zeugenaussagen abgegolten wissen. 

Und zum Schluß der Hohn schlechthin:

Insgesamt geht der Entwurf davon aus, dass trotz gravierender Grundrechtseingriffe vor allem durch die geplante verdachtslose sechsmonatige Speicherung von »Verkehrsdaten« nicht ins Blaue hinein überwacht werde und das öffentliche Interesse »der Gewährleistung einer wirksamen Strafverfolgung« überwiege.

Einer wirksamen Strafverfolgung schon, aber nicht einer lückenlosen Überwachung meines Lebens und meiner Gewohnheiten.

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung richtet seine Kritik mit einer Videobotschaft direkt an die Bundeskanzlerin, Frau Merkel.

Wir reden hier von der Überwachung der gesamten, zum größten Teil unschuldigen Bevölkerung mit der Hoffnung, eine davon geringe Anzahl an Straftätern dingfest zu machen. Ein Gesetz also, welches völlig unverhältnismassig ist, da es alle unter Generalverdacht stellt und die Unschuldsvermutung aushebelt!

Meine sporadische Überprüfung der in diesem Blog verwendeten Links hatte eine auf mich enttäuschende Bilanz: Die Vereinigung der Rundfunkgebührenzahler ist wegen einer Strafanzeige gegen den Gründungsvorstand der VRGZ zumindest Webseitentechnisch am Ende. Der verantwortliche Webmaster hat der Vereinigung die Nutzung seiner urheberrechtlichen geschützten Daten untersagt sowie seine ehrenamtliche Tätigkeit eingestellt.

Worum es genau geht, entzieht sich meiner Kenntnis, nur wenn man sich den Text durchliest scheint es um Geld (Veruntreuung??) zu gehen. Schade, sehr schade.

2006 11 Nov

Bauen baut.

Filed under: Freizeit | RSS 2.0 | TB | 3 Comments

Nicht nur, dass ich wieder an meinem Blog gefummelt habe, ich habe demnächst auch ein größeres (?) Hardwareprojekt am laufen.

Das Layout meines Blogs war ja bisher soweit in Ordnung, nur war mein komplettes Blogroll verschwunden und bevor ich, wie schon mal gemacht, in einem fremden Layout chirurgische Eingriffe vornehme und rums, nichts mehr läuft, machte ich mich auf die Suche nach was neuem. Nur leider laufen die wenigsten Designs mit meinem bisher gebasteltem Blog, also war die Versuchsphase länger.

Nun habe ich eines gefunden, welches meinen wenigen Modifikationen standgehalten hat und ziemlich frech grün daher kommt. Möge es sich in Eure Netzhaut brennen. 8)

Mein in die Jahre gekommener »Rechnerpark« wird demnächst ausgewechselt. Ich suche noch Abnehmer für meine alten. Diesmal werde ich mich wieder Intel zuwenden, denn die momentan aktuellen Core 2 Duos sind wirklich preislich und leistungsmäßig der Hammer! :yes:

Ich habe lange gesucht, um einen fertigen Rechnern, oder zumindest einen Barebone zu finden, aber nichts Passendes war dabei. Entweder zu teuer oder ich hätte Ausstattungsmerkmale bezahlt, die ich nicht benutzen würde. Somit blieb nur der Eigenbau übrig, etwas, wozu ich eigentlich keine Lust habe, da ich das noch als eine üble, zeitraubende Fummelei in Erinnerung habe.

Aber nur so konnte ich sicherstellen, dass ich genau die Ausstattung bekomme, die ich benötige und auch bezahlen wollte. Nun habe ich fast alles daheim und es macht irgendwie Spaß mal wieder feine Hardware in die Finger zu nehmen.

Das einzige, was mich momentan noch stört ist die Installationsorgie, die auf mich zukommen wird. Ein einmal eingerichteter Rechner ist eben mal nicht fix umgesetzt. Da wünsche ich mir in Zukunft einfach ein Betriebssystem, welches ich dann nur noch auf die neue Festplatte kopieren müsste und in welchem die Treiber in einer gesonderten Systemebene laufen, so dass man dann einfach den neuen Rechnern starten würde und das BS die Treiber selbstständig erkennt und den einfachen Austausch ermöglicht. Träume….=|

Über die eigentliche Leistung der neuen Prozessoren bin ich gespannt. Schauen wir mal… :wink:

Das sind Nachrichten, die es eigentlich öfters geben müsste. Die in meiner Stadt zuständige Kriminalpolizei schiebt laut Medienberichten mittlerweile gute 1 1/2 Jahre Arbeit vor sich her. Die Verfolgung solcher Strafsachen wie Urheberrechtsverletzungen, die ja eigentlich erst vor einiger Zeit so richtig »in Mode« gekommen sind, lässt eine ganze Welle an Arbeit auf die Ermittler zurollen, die anschließend von den Staatsanwaltschaften abgearbeitet werden müssen.

Das Problem dabei ist, dass die Urheber dies meistens aus dem Grund machen (müssen), um an die persönlichen Daten hinter der IP Adresse zu kommen, um diese Menschen dann ruinös abzumahnen. Denn meistens werden die Delikte doch wegen mangelnden öffentlichen Interesses seitens der Strafverfolgungsbehörden eingestellt. Die meisten sind also gar keine Verbrecher, wie uns die MI immer wieder zu suggerieren versucht, sondern ganz normale Leute wie Du und ich.
Ein Bericht von zdnet .

Die Bekämpfung illegaler Musiktauschbörsen hat sich nach Ansicht der nordrhein-westfälischen Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) zu einer unverhältnismäßigen Belastung der Justiz entwickelt. Die Bearbeitung der Anzeigen von Musikproduzenten, die sich gegen die Verletzung ihrer Urheberrechte wehrten, sei für die Staatsanwaltschaften sehr aufwendig und teuer. Den Produzenten gehe es aber in erster Linie um die Durchsetzung ihrer Ansprüche gegen Internetnutzer, die sich Musikstücke rechtswidrig aus dem Netz holten, und weniger um deren Bestrafung.

Nur, was ist die Lösung? Dass Provider gleich auf Anfrage der MI die Daten ohne Umschweife über die Staatsanwaltschaften rausrücken? Und was geschieht, wenn man sich mal bei einer IP irrt? Das kann schwere Folgen für den dann Betroffenen haben, besonders dann, wenn er gar nichts mit solchen Sachen am Hut hat. Denn die IP, fast schon gleichgesetzt mit einem DNA Abdruck, sagt immer noch nicht aus, wer denn nun hinter dem dazugehörigen Rechner gesessen hat. Und wie möchte man dies als Unschuldiger dann beweisen, wenn es nur um eine Privatklage geht? Einen eigenen Forensiker anfordern? Wer bezahlt das? Wer kann dann beweisen, ob die Daten bis zur Überprüfung nicht durch den Betroffenen gelöscht wurden?

Also weiter Hausdurchsuchungen auf Kosten der Steuerzahler durchführen? Oder vielleicht mal etwas Gas aus dem Geschäft nehmen und andere Wege suchen, um den Konsumenten legal auf den Geschmack nach Musik zu bringen?

»Bei dieser Sachlage stellt sich mir die Frage, ob das Strafrecht das richtige Mittel zur Lösung dieser Problematik ist.«

Das kann es jedenfalls nicht sein.

Ein Artikel von Telepolis.

Die lange Geschichte des Holger Voss, der nur deswegen von der zuständigen Staatsanwaltschaft belangt werden konnte, weil der obrigskeitshörige T-Online-Club seine Verbindungsdaten trotz Flaterate mehrere Monate gesetzteswidrig (Telekommunikationsgesetz) aufbewahrte und rausrückte. Was vom Gesetzgeber und den Sicherheitsbehörden für die Zukunft gefordert, gibt es schon längst bei T-Online (und vermutlich auch anderen Anbietern).

Das durch mehrere Gerichtsinstanzen gegangene Verfahren ist nun vom Bundesgerichtshof entschieden worden. Dass dies möglich gewesen ist, ist alleine T-Online zu verdanken, die mit ihren Kundengeldern nichts besseres zu tun hatte, als Rechthaberei vor den Gerichten zu betreiben – mit nunmehr negativen Folgen für den Konzern selbst.

Die Deutsche Telekom AG, zu der T-Online seit Juni 2006 wieder gehört, muss jetzt:
* nach Beendigung der jeweiligen Nutzung des Internetzugangs durch den Kläger alle Daten, die eine Verbindung zwischen der zugeteilten IP-Adresse und dem Kläger bzw. dem technischen Zugang des Klägers herstellen, umgehend […] löschen,
* es […] unterlassen, das bei der Nutzung des Internetzugangs durch den Kläger im Rahmen des zwischen den Parteien bestehenden Vertragsverhältnisses nach dem Tarif T-Online DSL flat bekannt gewordene Volumen der übertragenen Daten zu erheben und auf Datenträgern jeglicher Art zu speichern
* die entsprechenden Daten, soweit sie schon erhoben bzw. gespeichert wurden, löschen.

Schön. Aber da T-Online dies nur für Herrn Voss geltend machen möchte (die scheinen noch sehr viel Geld übrig zu haben, um weitere Klagen zu verlieren…), kann man sich hier mit einem Musterschreiben für eine eigene Klage vorbereiten.

Das Urteil ist aber nur zwischen dem Kläger Holger Voss und der Deutschen Telekom unmittelbar wirksam. Die Deutsche Telekom will dem Urteil daher nur für den Kläger nachkommen. Die Löschung der Daten anderer Kundinnen und Kunden verweigert das Unternehmen bislang.

Ich kann T-Online nicht verstehen. Ein Urteil von einer hohen Gerichtsinstanz nicht für alle Kunden umzusetzen. Wieso und warum wird natürlich nicht weiter erläutert. Nicht sehr klug.


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