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Archives: Oktober 2006

2006 30 Okt

Datenschützer kritisieren Datenhunger des Staates

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Laut einer PC-Welt Online Meldung kritisieren Datenschützer den im Rahmen der Terrorabwehr immer mehr wachsenden Datenhunger der Sicherheitsbehörden.

Der Notwendigkeit eines besseren Informationsaustauschs aufgrund der internationalen terroristischen Bedrohung, pflichteten die Datenschutzbeauftragten bei. Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit sowie die im Grundgesetz verankerte Trennung von Polizei und Geheimdiensten müsse aber dennoch gewahrt werden. Deutschland wandelte sich seit den Anschlägen vom 11. September 2001 immer mehr zu einem Präventionsstaat, der sich nicht nur darauf beschränke, Straftaten zu verfolgen und konkrete Gefahren abzuwehren, hieß es.

Die weiter zunehmende Überwachung führt nicht nachweislich zu mehr Sicherheit sondern deren Konsequenzen kann man nur aus anderen, ähnlich arbeitenden Staaten nachvollziehen und bewerten. Dazu gehört sicherlich auch die »gute«, alte DDR.

Leider haben das unsere um ihre Posten und Pöstchen bangenden Politiker anscheinend noch nicht bemerkt oder ignorieren es grob fahrlässig. Die dadurch entstehenden weitreichenden Folgen sind jetzt noch gar nicht absehbar, doch was sich dann über Jahre aufgebaut hat, wird sich so schnell nicht mehr ändern lassen.

2006 28 Okt

Kundendaten zur Prävention?

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Nun geht die Datenjagd ins nächste Kapitel. Laut einer Heise online Meldung wird seitens der Bundesregierung befürwortet, dass Anbieter von Tele- und Mediendiensten auch für Präventionszwecke Bestands- und Nutzungsdaten herausgeben sollen.

Die Bundesregierung hatte in ihrem Entwurf zunächst festgeschrieben, dass die Anbieter von Tele- und Mediendiensten »für Zwecke der Strafverfolgung, zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben der Verfassungsschutzbehörden des Bundes und der Länder, des Bundesnachrichtendienstes oder des Militärischen Abschirmdienstes oder zur Durchsetzung der Rechte am geistigen Eigentum« zur Herausgabe von Bestands- und Nutzungsdaten verpflichtet werden sollen. Dies ging den Ländern nicht weit genug, da auf Internetplattformen auch »Anleitungen zum Bau von Sprengsätzen, Blankoformulare für Dienstausweise der Polizei oder Zugangsberechtigungen für einen bestimmten Flughafen angeboten werden« könnten und dagegen im Vorfeld eingeschritten werden müsse. Die Anregung passt zum Konzept von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, im Kampf gegen den Terrorismus die anlassunabhängige Überwachung der Internetnutzer durch Polizeibehörden und Geheimdienste mit viel Geld auszubauen.

Da sträuben sich mir die Nackenhaare! Welche Begründung soll eigentlich noch herhalten, dass die Totalüberwachung der gesamten deutschen und auch Teile der das deutsche Netz nutzniessenden ausländischen Bevölkerung vorangetrieben werden soll? Soll denn jeder nur noch zum nichtsverbergenden, konsumdummen Anti-Individuum erzogen werden?

Hätte man gerade in diesem Bereich etwas Lernbereitschaft zeigen müssen, da das Bundesverfassungsgericht einige große Vorhaben der großen Datenschürfkoalition wieder einkassiert hat? Nein, man biegt sich die Verfassung dann eben hin, wie z. B. mit der Idee, die Bundeswehr im Inland einzusetzen.

Es regt sich jedoch Widerstand:

Der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco hatte bereits den Kabinettsbeschluss scharf kritisiert und davor gewarnt, dass die darin getroffenen Regelungen der Totalüberwachung der Bevölkerung Tür und Tor öffnen sowie das rechtsstaatliche Prinzip der Unschuldsvermutung untergraben würden. Inzwischen hat sich angesichts der erweiterten Forderungen der Länder auch die Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherung (GDD) zu Wort gemeldet. »Folgte der Gesetzgeber der Begründung des Bundesrates, würde ein folgenschwerer Schritt in die falsche Richtung unternommen«, heißt es in einer Stellungnahme des Vereins.

Die Frage bleibt, ob sich unsere Datensammler Schäuble davon aufhalten lässt, sitzen ihm doch z. B. die Lobbygewerkschaften der Polizei im Nacken, die immer mehr Befugnisse für ihre schwindene Schar an Mitgliedern fordern.

2006 25 Okt

Demo gegen künftige Vorratsdatenspeicherung

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Unter http://www.vorratsdatenspeicherung.de findet man einen Aufruf sich an der Demo am 20. Oktober in Bielefeld zu beteiligen.
Ein wie ich finde sehr wichtiges bürgerrechtliches Anliegen, denn wenn das Programm werden sollte, was man in der Politik und Gesetzgebung vor hat, dann wird sich in der Kommunikation für alle erheblich etwas ändern und viele werden anderes kommunizieren nur, um nicht unnötig aufzufallen.

Der Überwachungswahn greift um sich. Staat und Unternehmen registrieren, überwachen und kontrollieren uns immer vollständiger. Egal, was wir tun, mit wem wir sprechen oder telefonieren, wohin wir uns bewegen oder fahren, mit wem wir befreundet sind, wofür wir uns interessieren, in welchen Gruppen wir engagiert sind – der »große Bruder« Staat und die »kleinen Brüder« aus der Wirtschaft wissen es immer genauer.

Aktiv werden! Mehr findest Du hier.

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2006 25 Okt

Bild Dir ein Bild

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Wer hat es heute nicht mitbekommen: Der »bildlich« festgehaltene Bundeswehrskandal in der Schlagzeilenzeitung, die jeder kennt und niemand liest. Soldaten, die sich mit einem Totenschädel »vergnügen«. Und schon ist die Stimmung bescheiden und unser Verteidigungsminister macht auf mich einen eher überforderten und hilflosen Eindruck, anstatt das Thema vernünftig zu bearbeiten.

Wieso findet man das nun schlimm? Viel schlimmer ist eigentlich, dass man junge Männer in einen Krieg schickt, der nicht zu gewinnen ist. Was die Sowjets in jahrelangen Kämpfen nicht geschafft haben, wird die zusammengewürfelte Truppe auch nicht schaffen: Afghanistan zu befrieden.

Niemand von uns, und ich glaube auch keiner der sich nun aufregenden Politiker, kann nachvollziehen, was es heißt, im Krieg zu sein, dort leben und überleben zu müssen. Ja, sie haben mit einem Schädel sehr dumme Sachen gemacht. Noch dümmer war es, diese Bilder wegen der Auflage oder was weiß ich sonst für einen Grund in die Öffentlichkeit zu bringen. Sollte sich nun die Stimmung gegen unsere Jungs wenden, wissen wir ja, bei welchem Blatt wir uns bedanken können…

Pressefreiheit hin und her, einen Punkt machen, das sollte man auch können, besonders dann, wenn die Sache schon Jahre zurück liegt. Was sich die Soldaten dabei gedacht haben, keine Ahnung. Vielleicht haben sie den Schädel auf Patrouille am Straßenrand gefunden. Einer nimmt ihn und ein anderer ruft »He, lach mal« und schwupps ist ein Foto im Kasten, welches bestimmt niemand veröffentlichen wollte. Da von Leichenschändung zu sprechen, ist wohl etwas weit her geholt. Störung der Totenruhe, okay, aber die stört auch jeder Panzer, der an den Knochen vorbei fährt und jede Granate, die in der Nähe einschlägt…

.. oder sollte ich sagen Orangehoster? Oder Netpublics (man schaue nur ins Impressum)? Nun haben die beiden Orangemacher die nächste Firma aufgezogen. Diese ist wie Orange bei Netpublics untergebracht.

Die eine gerade erst wieder im Griff (ich berichtete), schon wird der nächste Hoster in den harten Wettbewerb geschickt. Kein Wunder, dass der Support da leiden musste.

Edit: Laut Herrn Heeskens war dieser Supportausfall ausschließlich auf die Erkrankung eines (!) der beiden Inhaber zurückzuführen.

Ob das nun eine besonders gute und kluge Idee war, das sollen meine Leser sich lieber selbst beantworten. Aber wer gerade nach wochenlangen Problemen und dementsprechend wütenden Kunden sich nun neue Arbeit aufhalst, dem kann ich mit Logik nicht folgen.

Man kann nur hoffen das dies für die Taschengeldzielgruppe nicht ein Schuß nach hinten wird und für alle anderen der anderen beiden Geschäfte nicht mit erheblichen Supporteinbußen bezahlt werden muss.

Übrigens Bezahlung: Der Telefonsupport kostet 2,49 pro (!) Anruf, nichts jedoch bei vom Hoster verschuldeten Problemen.

*Ironie an* Sollte dies ähnlich laufen wie die letzten Wochen bei Netpublics könnte das recht günstig werden. *Ironie aus*

Weiterhin muss man sich für ein Jahr binden, in dem man den Mietpreis im Voraus bezahlen muss. Also bei Problemen kann das schnell mal eine knapp 25 Euro teure Angelegenheit werden… zuzüglich Einrichtungspreis….

Wie ich schon schrieb, wäre es besser gewesen, Orange zu kippen und bei Netpublics ein, zwei günstige Pakete dazu zu nehmen. Dann wäre der Support nur für eine Firma zu leisten und müsste nicht gesplittet werden.

Edit:

Netpublics gehackt?

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2006 18 Okt

Eltern in den Knast??

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Wie ich hier schon mehrmals schrieb und befürchtete, so könnte es tatsächlich kommen: Die Vorratsdatenspeicherung könnte in Zukunft genutzt werden, um nicht nur den Jüngsten nachzustellen, die ja eindeutig eine kriminelle Hochburg in unserem Lande sind, sondern auch ihren Eltern, die ja oft wenig von der Technik verstehen aber alles wissen und überwachen sollen, was ihre Jüngsten denn so im (Terror-) Netz so treiben.

Heise Online hat dazu zwei Beiträge verfasst.

Günther Krings, Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion für die zweite Stufe der Urheberrechtsreform, hatte zuvor im Magazin Focus erklärt: »Wenn beim Provider die Daten vorhanden sind, kann man sie auch für die Verfolgung von Copyright-Verstößen nutzen.« Wer sich im Netz bewege, könne nicht davon ausgehen, »immer inkognito zu sein«. Gleichzeitig forderte Krings, dass die anonyme Nutzung des Internet in Deutschland erschwert werden müsse. Anders als im EU-Richtlinientext vorgesehen, hat sich der Bundestag mit der Mehrheit der großen Koalition bereits dafür ausgesprochen, dass Sicherheitsbehörden auch bei »mittels Telekommunikation begangener Straftaten« in den Datenbergen schürfen dürfen sollen. Daran möchte Krings mit seinen Plänen anknüpfen.

und

Die deutsche Landesgruppe der IFPI will ihre juristischen Aktivitäten gegen Tauschbörsen-Nutzer intensivieren. Dies teilte der Branchenverband der Musikindustrie heute mit. Insbesondere wies der Verband darauf hin, dass Anschlussinhaber zivilrechtlich die Verantwortung zu tragen hätten, wenn über ihren Internet-Zugang Urheberrechtsverstöße begangen würden: »Eltern müssen sich stets darüber im Klaren sein, dass sie als Inhaber eines Internet-Anschlusses für Urheberrechtverletzungen ihrer Kinder haften. Und das könnte sehr teuer werden!«, drohte Michael Haentjes, Vorsitzender der Deutschen Phonoverbände. Das Landgericht Hamburg habe jüngst bestätigt, dass das Überlassen eines Internet-Zugangs die Eltern dazu verpflichte, die Internet-Nutzung ihrer Kinder zu überprüfen und gegebenenfalls einzuschreiten.

Wieder mal hat die Mi ihre Finger im Spiel. Vor lauter Datengier warte sie schon sabbernd vor den Türen der Politiker, um endlich auch die letzte Tauschbörse, sei sie noch so legal, auszurotten. Was dabei auf der Strecke bleibt, wird sich erst später zeigen. Zumindest wird auf die Strafverfolgungsbehörden eine schöne Stange Arbeit zukommen, soll sie all die Computer beschlagnahmen und durchforsten müssen, auf die die MI ihr Auge geworfen hat.

Ich glaube eher, dass sich das Tauschen dadurch verändern wird, es sich jedoch nicht ausrotten lässt. Chinesische Überwachungs- und Zensurverhältnisse wollen wir als freie und mündige Bürger sicher nicht, und wer jetzt noch lauthals nach der Polizei schreit, könnte morgen schon als betroffenenes Elternteil vorbestraft und abgemahnt sein – was bis in den Ruin führen könnte. Spätestens solch groß angelegte »Aktionen« könnten erhebliche Auswirkung auf die Bürger haben, denn wer möchte das schon über sich ergehen lassen?

Was bedarf es eigentlich noch, das die Menschen in diesem Land endlich aufwachen?

2006 9 Okt

Black Dahlia – Konfus und doch irgendwie…

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… ja, was nur? Aus der Not heraus, weil ich gerne ins Kino gehen wollte, hatte ich mir diesen Film ausgesucht, da irgendwie nichts Interessanteres zu laufen schien.

Zuallererst: Der Film nimmt einen sehr schön mit in die Vierziger Jahre Amerikas. Auch die Schauspieler vermitteln glaubhaft und gut abgegrenzt jeder der Hauptfiguren. Für Kinder ist der Film definitiv nichts, da er auch einige, wenn auch wenige ziemlich heftige Bilder zeigt.

Ich habe selten in einem Film so viele Charaktere zusammen kommen gesehen, die alle Dreck am Stecken zu haben scheinen. Von dunkel bis merkwürdig, von verrucht bis verrückt, alle haben die Finger mit im Spiel. Wer der bzw. die Täter sind, überraschte mich dann doch.

Eines sollte der Zuschauer aber dringends: Aufpassen, sonst verliert man schnell den Faden wer mit wem nun was zu tun hat. Schade, dass der Film nur wenige Highlights hat und sonst dahin plätschert. Für einen gemütlichen DVD Abend durchaus geeignet aber im Kino deplaziert, so habe ich ihn empfunden.

Technisch einwandfrei und sehr schön umgesetzt. Aber es ist schwer zu sagen, was genau dem Film nun fehlt, um den Zuschauer zu fesseln. Ich glaube, er kommt zu schwer durchschaubar daher. Das Publikum hat Schwierigkeiten den Darstellern zu folgen und herauszufinden, warum denn nun das ein oder andere passiert. Zum Schluß setzt sich zwar das Puzzel zusammen, aber währenddessen verliert man schnell mal den Anschluß.

Der Film ist und bleibt ein von guten Schauspielern durchsetzter Thriller, der eben »Mitarbeit« vom Publikum erfordert. Wer leichte Unterhaltung sucht, sollte die Finger von dem Film lassen.

poster.jpg

Man kann es kaum glauben: Nach fetten Problemen und verärgerter Kundschaft scheint nun Orange bzw. Netpublics wie Phoenix aus der Asche zu entstehen.

Wie man in zwei neuen Postings bei Webhostlist nachlesen kann, bekommt man nun wieder:

  • Umfangreicher Kundenbereich
  • Nachweislich guter und zuverlässiger Support
  • Schnelle und hochverfügbare Server
  • Freundliche und engagierte Betreuung
  • Kompetente und erfahrene Supporter

Und nicht zu vergessen:

Lesen Sie hier was unsere Kunden über unseren Service berichten

Aber zur Meinungsbildung gehört natürlich auch das aus neutraler Quelle:

Ja, da kann man nur von dieser Seite aus viel Erfolg wünschen. Bis zum nächsten Crash…

2006 6 Okt

Ab ins (Internet-) Gefängnis!

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Du hast eine CD für den Eigengebrauch kopiert? Pfui! Also wirklich! Unerhört! Mach das nie, nie wieder! Sonst kommst Du ins Gefängnis! Naja, ist kein richtiges Gefängnis…

Ernst gemeint geht es um ein verbraucherfreundliches Urheberrechtgesetz, denn das jetzige ist es bestimmt nicht und was man so in den Blättern rauschen hört wird auch die Zukunft ohne Zutun und Initiativen von Bürgern da nichts besseres bringen – eher das Gegenteil.

Hier geht es um Privatkopieren ist kein Verbrechen. Wenn man möchte, kann man in eine virtuelle Gefängniszelle ziehen.

Ich halte das für eine gelungene Idee, denn das jetzige Gesetz ist nichts anderes als eins nach Mundart der Musiklobby gestricktes Buchstabenwerk, was sogar schon Kinder zu »Verbrechern« macht.

2006 4 Okt

Du riechst so gut….

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Nun habe ich mir den Film, das Parfüm, auch angetan. Die Kritiken waren ja nicht allzu berauschend und ich stellte mich darauf ein, nicht unbedingt begeistert nach Hause zu gehen.

Nun, der Film ist kein Horror- oder Schlachterfilm. Kein Splatter oder sonstige Blutorgien. Der Hauptdarsteller wird einfach nur bis knapp vor Schluß etwas ängstlich, aber immer fiebrig auf sein Ziel ausgerichtet gespielt.

Der Film vermittelt recht ecklig zu Beginn und auch währenddessen den Dreck und den Gestank, der zu dieser Zeit auf den Straßen der Städte herrschen musste. Bildlich kommt er gewaltig rüber. Ich muss dazu gestehen, dass ich den Roman nicht kenne. Das kann gut, aber auch schlecht für mein Urteilsvermögen sein. Grundsätzlich fühlte ich mich gut unterhalten, dachte ich jedoch vorher, der Film würde sich an der Realität orientieren, doch spätestens der dick aufgetragende Schluß, wo der Parfümeur auf einem Richtblock stehend in einer Masse nackter sich liebender Leiber seine Überlegenheit demonstrieren kann, wird dem Betrachter präsent machen, dass hier doch eher die Fiktion das Ruder übernommen hat.

Auch die Tatsache, dass er seine Opfer über »Meilen« riechen kann, sein erstes Parfüm einfach mit dem Zusammenschütten verschiedener Inhatsstoffe kreiert wirkt nicht real. Die Leichen seiner Opfer hinterlässt er hübsch nackt drapiert an den verschiedensten Orten. Im Gegensatz zur stinkend und widerlich dargestellten Umgebung sehen die Toten Mädchen wie frisch geschminkt und gewaschen aus.

Der Film selbst hat keine Längen und man fühlt sich in das Jahrhundert seines Spiels versetzt. Den Schauspielern kann man auch nichts negatives nachsagen. Ich persönlich fand ihn gut und der Roman gibt sicherlich mehr her. Inwiefern die dargestellte Fiktion aus dem Roman stammt oder dem Hirn des Regisseurs, kann ich leider nicht sagen. Einen »Geruchsfilm« ausschließlich in Bildern dem Publikum darzubieten halte ich jedoch für äußerst schwierig.

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