Gestern Abend war es soweit, gemütlich im Kinosessel habe ich mir die Rückkehr der beiden Edelwäsche-Cops angeschaut. Miami Vice auf der großen Leinwand. James „Sonny“ Crockett und Ricardo Tubbs legen in teurem Tuch wieder mal große Gangster (und auch Frau(en) aufs Kreuz.
Dabei hat der Film keine einzige Länge, vergeht wie im Fluge und hat keinen Platz mehr für die weitere Ausarbeitung der Charaktere – leider. Hart, konsequent, als ob schon tausendmal durchgespielt spulne die beiden Polizisten ihr gigantisches Können ab. Ob nun Ballern, Kloppen, Fliegen, Boot- oder Autofahrer, sie sind überall klasse. Nichts, was sie nicht können und so kommen sie etwas wie Maschinen rüber, ohne die vielfältigen menschlichen Regungen ihrer Serienvorgänger zu erreichen, denen man den Schmerz, die Freude und die Wut so oft glaubhaft angesehen hat.
Man darf den Film und die Serie nicht nebeneinander stellen, sind sind zu unterschiedlichen Zeiten entstanden. Waren die beiden Serienhelden cool und locker, so sind die beiden Nachfolger eher ernst, düster und fast schon zu professionell.
Leider hat der Film (die Rettungsaktion einer Kollegin) auch ein logische Lücke. Trotz Zeitdruck der Auftraggeber, die sie infiltriert haben, tauchen sie plötzlich am anderen Ende der Stadt auf und machen die bösen Buben platt.
Das Ende ist wieder mal typisch Miami Vice, indem Glück und Unglück so dicht beieinander liegen und lässt den Zuschauer doch noch etwas Gefühl spüren, wenn auch nur wenig. Die Action ist hart, besonders die Schießerei zum Schluß hin und zeigt eben die harte Linie des Films.
Sehenswert, ohne langweilig zu sein, keine Frage. Aber man fiebert nicht mit und die Figuren bleiben blass und eindimensional.
