Das Sakrileg – ein Kinoabend

On 30 Mai, 2006, in Freizeit, by Mambodancer

Gestern war es soweit – der mit großem Getöse angekündigte und beworbene Film war meiner…, naja, nicht ganz, ich habe ihn mir im Kino angesehen. Von den Zeitungskritiken bereits ordentlich zerrissen wollte ich mir selbst ein Bild davon machen, habe ich doch das Hörbuch mit Spannung genossen.

So weit, so gut. Es stimmt, der Film folgt so ca. bis zur Hälfte dem Buch, wobei er in der ersten Viertelstunde trotz seiner Länge von insgesamt 148 Minuten ordentlich Gas gibt und sehr viel schneller in die Geschichte einsteigt, als das Buch dieses tut.

Das Buch ist ja laut den Amazon Kritiken nicht ganz unumstritten, der Film tut dem kein Abbruch. Meine persönliche Ansicht, nach dem Genuss des für mich spannenden Hörbuchs ist, dass der Film technisch gut gemacht ist und hat eigentlich keine Längen. Doch das Treiben der Darsteller durch die Geschichte wirkt uninspiriert und die kleinen Feinheiten des Buches gehen leider im Film verloren.

Die Charaktere bleiben blass, eindimensional und wirken leblos. Der Film baut keine wirkliche Spannung auf. Gerade die Hauptdarsteller, denen viel Zeit gewidmet wird, können diesen Vorteil nicht für sich herausspielen. Auch der Ermittler, Fache, wird nur düster und ohne wirkliche Emotionen dargestellt – schade. Da wäre viel mehr drin gewesen, gerade mit den z. T. hochkarätigen Schauspielern.

Störend wirkt auch, dass oft in Latein oder Französisch gesprochen wird, untertitelt. Das soll sicherlich der Atmosphäre dienen, nervt aber nur, weil man schnell lesen muss, um zu verstehen, was gesprochen wird und somit den Bildern kaum folgen kann. Auch die deutsch synchronisierten Sprecher müssen (?) mit Dialekt sprechen, um den Touch rüberzubringen. Aber manchmal bekommt man den Eindruck, die mussten sich mehr auf den »richtigen« Dialekt konzentrieren, als auf das eigentliche Geschehen.

Alleine der Anfang, dass ein mit einem Bauchschuss schwer Verletzter nichts anderes zu tun hat, als durch den Louvre zu schleichen und überall Rätsel zu hinterlassen um sich dann plakativ hinzulegen und zu sterben, na, das ist schon tief aus der Trickkiste gefischt. Aber das war schon im Buch ein Konstrukt, dem der Film nur folgt.

So war es ein mittelmässiger Thriller, der viel Potenzial verschenkt und eigentlich eher daheim genossen werden kann, als auf einer großen Leinwand.

Aber macht Euch selbst ein Bild davon.

 

One Response to Das Sakrileg – ein Kinoabend

  1. Christian sagt:

    Um eins Vorweg zu nehmen, ich habe das Buch nie gelesen, nur Ansatzweise einige Teile mitbekommen, da meine Partnerin es im Bett gelesen hat. Der Film war von Anfang bis Ende sehr Spannend und einer der besten Filme die ich im letzten Jahr im Kino sah.
    Natürlich sorgt der Inhalt des Films für sehr viel Diskussionen. Wer jedoch an Jesus und Gott glaubt wird sich durch so einen Film bestimmt nicht im Glauben erschüttert fühlen. Für alle andere ist es eine schöne Story.
    Ich fand Da Vinci Code einen sehr gelungenen Film, jedoch kann ich die momentane hysterie um das ganze Thema nicht nachempfinden. Aber muss ich auch nicht, denn das gabs schon bei Titanic, Jurrasic Park, Armageddon und anderen großartigen Filmen.

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