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Archives: Mai 2006

2006 31 Mai

Ich muss töten

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Es tut mir Leid, aber ich kann nicht anders. Es zieht mich förmlich dahin, meine Finger zucken und der Wunsch es zu tun, wird immer stärker. Warum nur, warum, werdet Ihr fragen, aber es gib kein Halten mehr. Nach fast zwei Jahren wurde es aber auch wieder Zeit, so lange hatte ich gewartet.

Ich verspreche auch, nur soviel zu töten, wie es unbedingt sein muss. Einen Lebensunterhalt braucht man heute leider und wenn das Geld knapp wird, muss man etwas dagegen tun. Und wer kennt es nicht selbst, wie schwer es heute ist, einen vernünftigen Job zu finden. Und die ganzen Steuern… . Wer kann denn wirklich richtig gut von seinem Einkommen leben? Und erst die Altersversorgung… . Nein, nein, das kann ich alles nicht. Und da draussen läuft so viel Übles herum, das wird doch bestimmt nicht wirklich alles vermisst werden, oder?

Ich werde auch zusehen, dass nichts auf der Strasse liegen bleibt, von wegen der Kinder. Auch werde ich keine übermässigen Schmerzen verursachen, das ist doch Ehrensache. Was mal so ein richtiger Profi ist, der hat sein Handwerk doch gelernt.

Ich weiß, es klingt makaber, einfach so loszuziehen und für ein paar Dollar mehr andere ums Leben zu bringen. Ihnen dabei in die Augen zu sehen. Nun, ich bin es gewöhnt. Ich schlafe die Nächte durch, das ist kein Problem.

Aber über eines solltest Ihr Euch im Klaren sein: Stellt Euch mir nie, und merkt es Euch gut, nie in den Weg. Ich möchte Unschuldigen nichts tun, ich mag es nicht wirklich, aber wenn es sein muss, nehme ich keine Rücksicht. Das Leben ist schon hart genug und jeder muss heutzutage sehen, wo er bleibt.

Also, fürchtet Euch nicht, wenn Ihr mich des Nachts oder auch bei Tage sehen solltet. Geht lieber schnell und erzählt es niemandem. Sonst gehört Ihr wohlmöglich eines Tages auch zu meinen Kunden, und das wollt Ihr doch nicht, stimmt`s?

himan.jpg

2006 30 Mai

Abmahnung light

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Unsere Justizministerin scheint endlich aufgewacht zu sein:

Anlässlich der 57. Anwaltstagung in Köln schien sie sich mal in Bürgernähe zu befinden. Die auf der Internetseite des ihr unterstehenden Ministeriums befindliche Rede lässt mal Gutes hoffen:

… ich möchte das chinesische Sprichwort von vorhin mit einem weiteren Thema verknüpfen, das uns zur Zeit beschäftigt: Und zwar die anwaltliche Abmahnpraxis bei Urheberrechtsverletzungen…

…In letzter Zeit wenden sich immer mehr Privatleute an mich, die für die einmalige Verletzung eines Urheberrechts eine Abmahnung mit einer zuweilen sogar vierstelligen Anwaltsrechnung ins Haus geschickt bekommen. Zum Beispiel ein 15jähriges Mädchen, das ein Foto ihrer Lieblings-Popgruppe auf ihrer Homepage eingestellt hat – oder der Vorsitzende eines Sportvereins, der einen kleinen Stadtplan-Ausschnitt für den Weg zum Sportplatz ins Internet stellt. Und wenn ich dann noch höre, dass eine Anwaltskanzlei täglich bei den Betroffenen anruft, um die Geldforderung einzutreiben, dann muss ich Ihnen ganz klar sagen: Ein solches Verhalten kann nicht akzeptiert werden!

Wir werden deshalb bei Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen den Gegenstandswert präziser regeln und auch deckeln: Einfach gelagerte Fälle mit einer nur unerheblichen Rechtsverletzung dürfen nicht mehr als 50 bis 100 Euro für Abmahnung und Anwalt nach sich ziehen.

Ich möchte aber auch die Anwaltschaft bitten, solche Fälle im Blick zu behalten, vor allem zu sensibilisieren und zu informieren. Und ich bitte Sie: In Missbrauchsfällen muss gegebenenfalls mit den Mitteln des Berufsrechts eingeschritten werden. Das sind Sie der überwältigenden Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen schuldig, die ihren Beruf einwandfrei ausüben.

Das wurde auch mal Zeit, dass nach soviel Käse, was unsere Justizministerin nebst anhänglichem Ministerium in den vergangenen Monaten produziert hat, mal ein Schritt in eine vernünftige und wie ich finde, richtige Richtung gemacht wird.

Es kann nicht angehen, dass man als Betreiber einer privaten Seite quasi eine eigene Rechtsabteilung unterhalten muss, um ja nicht durch Abmahnungen in den finanziellen Ruin getrieben zu werden. Die erste Abmahnung hat deswegen kostenfrei zu sein.

Wer dann nicht reagiert und die Urheberrechtsverletzung weiterhin mit Wissen und Wollen begeht, der hat dann eben zu zahlen. Aber das, was bisher geschieht, ist ja schon mit einer eigenen, neu erschaffenen Sportart zu vergleichen. Und das ist für eine Kaste wie die Anwälte zwar ein leicht verdienter Broterwerb, den Ruf schädigen sie sich jedoch immens damit. Abzockeranwälte brauchen wir nicht.

Näheres auch unter Netzpolitik.

Gestern war es soweit – der mit großem Getöse angekündigte und beworbene Film war meiner…, naja, nicht ganz, ich habe ihn mir im Kino angesehen. Von den Zeitungskritiken bereits ordentlich zerrissen wollte ich mir selbst ein Bild davon machen, habe ich doch das Hörbuch mit Spannung genossen.

So weit, so gut. Es stimmt, der Film folgt so ca. bis zur Hälfte dem Buch, wobei er in der ersten Viertelstunde trotz seiner Länge von insgesamt 148 Minuten ordentlich Gas gibt und sehr viel schneller in die Geschichte einsteigt, als das Buch dieses tut.

Das Buch ist ja laut den Amazon Kritiken nicht ganz unumstritten, der Film tut dem kein Abbruch. Meine persönliche Ansicht, nach dem Genuss des für mich spannenden Hörbuchs ist, dass der Film technisch gut gemacht ist und hat eigentlich keine Längen. Doch das Treiben der Darsteller durch die Geschichte wirkt uninspiriert und die kleinen Feinheiten des Buches gehen leider im Film verloren.

Die Charaktere bleiben blass, eindimensional und wirken leblos. Der Film baut keine wirkliche Spannung auf. Gerade die Hauptdarsteller, denen viel Zeit gewidmet wird, können diesen Vorteil nicht für sich herausspielen. Auch der Ermittler, Fache, wird nur düster und ohne wirkliche Emotionen dargestellt – schade. Da wäre viel mehr drin gewesen, gerade mit den z. T. hochkarätigen Schauspielern.

Störend wirkt auch, dass oft in Latein oder Französisch gesprochen wird, untertitelt. Das soll sicherlich der Atmosphäre dienen, nervt aber nur, weil man schnell lesen muss, um zu verstehen, was gesprochen wird und somit den Bildern kaum folgen kann. Auch die deutsch synchronisierten Sprecher müssen (?) mit Dialekt sprechen, um den Touch rüberzubringen. Aber manchmal bekommt man den Eindruck, die mussten sich mehr auf den »richtigen« Dialekt konzentrieren, als auf das eigentliche Geschehen.

Alleine der Anfang, dass ein mit einem Bauchschuss schwer Verletzter nichts anderes zu tun hat, als durch den Louvre zu schleichen und überall Rätsel zu hinterlassen um sich dann plakativ hinzulegen und zu sterben, na, das ist schon tief aus der Trickkiste gefischt. Aber das war schon im Buch ein Konstrukt, dem der Film nur folgt.

So war es ein mittelmässiger Thriller, der viel Potenzial verschenkt und eigentlich eher daheim genossen werden kann, als auf einer großen Leinwand.

Aber macht Euch selbst ein Bild davon.

2006 29 Mai

Emule ohne Server

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Aus Netzpolitik.

Schön, dass jetzt mal endlich klar ist, dass die Musikindustrie “Honeypots” benutzt und diese wohl legal sind. Wir haben das bisher nur immer befürchtet und auch die Verbraucherzentralen dürfte dies interessieren. Wer eDonkey/eMule nutzt, sollte mal im Zitronengras-Blog vorbeischauen. Da hab ich gestern eine Anleitung gefunden, wie man die Server beim e2k-Netz umgehen kann und zwar ohne grosse Leistungseinbussen.

Die Filesharergemeinde wird sich auf Honeypots einstellen. Das Rennen geht dann von neuem los.

Ein Artikel von Stop1984.

Die EU-Staaten haben im Februar 2006 ebenfalls eine systematische und
verdachtslose Vorratsspeicherung der Verbindungsdaten der gesamten
Bevölkerung beschlossen. In Deutschland hätten nicht nur Strafverfolger
Zugriff
auf die Kommunikationsdaten, sondern auch Geheimdienste aufgrund des »Terrorismusbekämpfungsgesetzes«. Auch die Musikindustrie soll auf die Daten zugreifen dürfen, so der Entwurf eines »Gesetzes zur Verbesserung der
Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums«. Daneben hätten
ausländische Staaten wie die USA aufgrund internationaler Verträge (z.B.
»Cybercrime-Konvention«) Zugriffsrechte, wie die EU-Kommission kürzlich
bestätigt hat.

Der beratungsresisdente nichtwählende Deutsche, der nichts zu verbergen hat und somit die ganze »Sache« auch nichts angeht, darf sich freuen. Spätestens wenn massenhaft Filesharern der Hintern aufgerissen wird, weil man dann nicht mehr seinen Rechner beschlagnahmen muss, sondern alleine anhand der Verbindungsdaten herausfinden kann, was er wann, wie und wo getauscht hat, wird der »geiz-ist-geil« Verwöhnte zum Umdenken gezwungen. Nur, dann ist es zu spät. Dann sind es nur noch Mausklicks, die Behörden davon entfernt sind, sich eine Übersicht über ganze soziale Netzwerke machen zu können, Menschen zu durchleuchten, sie quasi zu rastern.

Das ist zwar ohne konkreten Grund momentan verboten, doch die Gesetze kann man sich ja hinstricken. Klar schreit man sofort hier, weil es ja nur Terroristen, Kinderschänder und die organisierte Kriminalität treffen soll. Aber wer stellt sicher, dass dem auch wirklich so ist? Das so ein System, wenn es erst mal installiert ist, nicht auch für andere Dinge benutzt werden kann?

Beispiel dafür ist die LKW Maut. Teuer angeschaffte Infrastruktur kann mehr, als nur LKWs zählen. Schon war die PKW Maut im Gespräch, von der Kennzeichenüberwachung mal ganz zu schweigen. Man kann zahllose Beispiele finden, worin mit diesen Daten Existenzen vernichtet werden könnten, oder zumindest Menschen in große Schwierigkeiten kommen können.

Der biometrische Reisepass ist auch nur der erste, kleine Schritt in eine Richtung, die wir wohl nicht wirklich wollen.

Themen, die, wenn man sich etwas damit beschäftigt und sich nicht als Denkverweigerer hinstellt, einem schon die Gänsehaut über den Rücken wandern lassen.

Sollten die Pläne zur Vorratsdatenspeicherung umgesetzt werden, sind
Missbräuche der Daten zu erwarten.
Zahlreiche Beispiele in der Vergangenheit zeigen, dass sich der Missbrauch geheimer Überwachungsbefugnisse nicht verhindern lässt. Bekannt geworden ist etwa die Bespitzelung kritischer Journalisten und Aktivisten in Deutschland, politischer Gegenspieler in Frankreich sowie von Menschenrechts- und Umweltverbänden in Großbritannien und den USA. Auch die regierungsinterne und andere sicherheitsrelevante Kommunikation wäre nicht mehr vor unbefugtem Zugriff geschützt, wie der Abhörskandal in Griechenland vor drei Monaten gezeigt hat.

Mehr dazu auch bei Netzpolitik.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wird der Bundestag darüber abstimmen, ob er die Bundesregierung zur Klage vor dem EUGH gegen die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung auffordert. Wir haben im Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung eine Pressemitteilung dazu geschrieben, die stärker auf die institutionellen Aspekte (die EU hat im Bereich Strafverfolgung keine Richtlinienkompetenz) die verfahrensmäßigen Mauscheleien (das Thema wurde nur ins Binnenmarkt-Prozedere verschoben, weil sich der EU-Ministerrat nicht einigen konnte) und die mit dem Rasterfahndungsurteil nochmal bestätigte Verfassungswidrigkeit des ganzen Vorhabens eingeht.

2006 29 Mai

Neue Schriften in MS Vista

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Das neue Betriebssystem von Microsoft beinhaltet einige neue Schriften, die klarer Lesbar sein sollen, auch z. B. bei der Nutzung von PDAs. Wer jetzt schon mal einen Blick darauf werfen möchte, sollte bei Jeff Milner dot com vorbei schauen. Zum Download nicht den »Downloadlink« nutzen, da dieser nicht funktioniert, sondern auf die einzelnen Namen der Schriften klicken.

Weitere Infos gibt es hier.

20.05.

Anreise mit einer knapp 350 Kilometer langen Anfahrt. Das Navi bringt uns recht sicher in eine Gegend, die das Wort »Arbeitslosigkeit« erfunden zu haben scheint. Erste Eindrücke vom Ferienhaus: Klein, neu und sauber.

Die Vermieterin eher kühl und professionell in Eile hakt schneller als uns lieb ist »ihre Liste« ab. Keine gemeinsame Inaugenscheinnahme der Zählerstände, was man jedoch spätestens dann erwarten darf, wenn man nach Verbrauch abgerechnet wird. Der Hammer: Nirgends steht es in unseren schriftlichen Unterlagen, aber sie möchte für jedes Rad 1 Euro pro Tag und für jeden Sack Kaminholz 7,50… wir zahlen überrumpelt und fühlen uns abgezockt. Unser erster Urlaub im Osten der Republik fängt ja schon mal gut an.

Später Einkauf in einem kleine Örtchen 5 KM von unserem Ferienhaus entfernt. Der Supermarkt heisst »Sky« und ich liebe kleine Supermärkte. Das rächt sich wenige Minuten später. Keine Ahnung, wie es in dieser Gegend mit der Arbeitslosigkeit aussieht, aber ein Pärchen starrt uns auf eine Weise an, das es schon unangenehm ist. Es wird an einem Angebotstisch z. T. abgelaufene Ware (auch Fleisch) verkauft. Salat ist matschig, ich nehme nichts von der Frischetheke, nur Eingeschweisstes kommt nach doppelter Kontrolle des Haltbarkeitsdatums in den Warenkorb. Draussen beim Ausparken machen sich zwei junge Männer über unser Kennzeichen oder ähnliches lustig. Na, willkommen im Osten der Depression.

Im Ferienhaus stellen wir immer mehr Kleinigkeiten fest, die sich in ihrer Summe zu einem Ärgerniss ansammeln. Eine völlig unbrauchbare beschichtete Pfanne und ein ebenso abgefressener Topf, die man nicht mal mehr auf einem Flohmarkt anbieten würde, verleiden einem das Kochen und zwingen zum Improvisieren. Drei Rollen Toilettenpapier, ein Grill ohne Kohle und Anzünder, eine Garten, der fast nur aus Wiesenhalmen und Löwenzahn besteht, eine Wohnfläche auf zwei Ebenen mit einer Wendeltreppe, bei der sogar ich Probleme habe, diese hinunter und wieder hinauf zu kommen.

Das SAT Fernsehen hat andauernd Ausfälle und ich erforsche die Ursache und stelle fest, dass man die Satschüssel unter einem Baum installiert hat – deswegen der schlechte Empfang. Keine sonstigen Decken, keine Sitzkissen für die Essgruppe aus Massivholz, keine Kissen zum Anlehnen und kein Putzlappen zum Tischabwischen. Ein Spülertapp und das ist nach Aussage der Vermieterin auch noch so gewollt, da sie es mal anderweitig so gesehen hat. Ein voller Bioeimer (schön ecklig) und schmutzige Schalen. Fahrräder ohne Luftpumpe und ohne Werkzeug, die Sattelhöhe anzupassen.

Ganz schlimm: Eine wahre Mückenplage, mehr, als man sonst an einem See erwarten darf. Als Heizung sind Elektroheizungen eingebaut. Kein Vergnügen für den Geldbeutel bei 0,24 Cent die KW-Stunde. Das Herrenrad ist ohne Ständer und hat in einem ziemlich hügeligen Gelände nur einen Gang – klasse. Licht? Eine Strassenlaterne ca. 150m entfernt die um 00:00 Uhr abgeschaltet wird. Danach ist es dunkel wie im Bärenarsch, weil ausser einer kleinen Lampe am Haus auf dem 1000qm2 keine andere Beleuchtung installiert ist und auch aus der kargen Nachbarschaft nichts rüberkommt. Wir gehen bedient ins Bett.

21.05.

Es langt uns, wir wollen nur noch weg. Vorher aber fahren nach Neustrelitz. Irgendwie bezeichnend: Es ist wenig los, liegt das an der Jahreszeit? Wir werden sehr freundlich in der Orangerie bewirtet und atmen das erste mal entspannt durch. Es geht doch. Auch die Umgebung um das damalige Schloss herum ist wunderbar.

Ein schöner Tag, aber wir rufen abends doch die Vermieterin an, die das nicht ganz versteht, sind doch 61 Taler angemessen, für das Angebot… meint sie. Eine Nacht vor einem unangenehmen Gespräch beginnt. Aber wieso? Uns sollte es nicht unangenehn sein, denn wir haben unseren Vertrag eingehalten.

22.05.

09:30 Uhr, High-Noon in unserm Ferienhaus. Konstruktiv und ruhig ohne Vorwürfe. Wir präsentieren unsere »Mängelliste« und stoßen nicht in allen Punkten auf Verständnis. 61 Euro sind doch… ja ja, das kennen wir bereits. Erfahrungswerte unsererseits mit anderen Ferienhäusern werden als »Ausnahme« hingestellt. Grobe Fehler werden zugegeben (Topf, Pfanne) und sich entschuldigt jedoch geschickt auf Nachbesserung gedrungen und durchgeführt. Der Eindruck, teilweises Unverständnis und Generve ausgelöst zu haben, bleibt.

Einige Stunden später kommen Vermieterin nebst Mann (Förster…) und bringen Fehlendes, sägen den Ast ab und drehen statt einer gewünschten Sparbirne eine normale 15 Wattbirne in die Aussenfassung… Auf meine Begrüßung »Mahlzeit« werde ich von ihm in ruhigem, aber irgendwie reservierten und angepissten Tonfall gefragt, ob ich etwas gegessen hätte. Verwundert erwidere ich, das dies »bei uns« eine Form der Begrüßung sei. Er würde das nur sagen, wenn er etwas gegessen hätte… Auch sonst wird zwar seinerseits der Job gemacht, aber man wird das Gefühl nicht los, dass wir für seine/ deren Augen kleinlich und spiessig sind. Nun bleiben wir erstmal doch, obwohl gerade er bei mir den dringenden Wunsch auslöst, unseren Vermietern nicht mehr »zur Last« zu fallen. Aber naja…

Wir besuchen den Ort Mirow und sehen uns die Johanniterkirche und deren Gruft an. Toll. Ein etwas deprimierendes Gespräch mit einer Verkäuferin und deren sowie der allgemeinen Arbeitsplatzsituation in der Gegend bringen uns in die Realität zurück. Der Abend endet ruhig und normal, ich fange mit dem Tagebuch an.

23.05.

Wir kommen nicht so recht in Gang aber nach ein wenig Gasgeben schaffen wir es noch pünktlich nach Hohenzieritz zum Sterbezimmer der Königin Luise von Preußen. Die Ausstellung ist klein und hat Werktags auch nur 1 Stunde geöffnet. Das Schloß selbst ist schön hergerichtet, es ist ja auch eine Behörde drin. Das Drumherum ist typisch z. T. ziemlich heruntergekommen. DDR Pflege halt. Dabei sind die größeren Straßen wirklich vom Feinsten, da können oft sogar wir nicht mithalten.

Danach einfach mal das Navi eine Sehenswürdigkeit vorschlagen lassen. In der Nähe die »Alte Burg«. Nicht gerade von den baulichen Köstlichkeiten verwöhnt erwarten wir nichts wirklich Tolles in Prenzlin, werden jedoch positiv überrascht von einer kleinen, gepflegten Burg mit Hexenausstellung (äußerst interessant die Hexenverfolgung in Mecklenburg) und einem themengerecht eingerichteten Restaurant mit einer kleinen, aber würzigen Auswahl an Gerichten. Ein durchaus schöner Tag.

24.05.

Ein kleiner Tripp nach Fürstenberg und Rheinsberg füllten diesen Tag. Die große Hoffnung, in Fürstenberg ein Schloß anzuschauen wurden zunichte gemacht. Es ist in private Hände verkauft worden. Die Stadt selbst in großen Teilen grau und trist, sogar die Innenstadt gibt nichts wirklich Tolles her. Kaputte Bauten treten auch hier oft in den Blickpunkt. Und leise, deprimierte Menschen, die sich mit ihrem Schicksal abgefunden zu haben scheinen. In Rheinsberg besuchten wir das dortige Schloß, welches sich im Aufbau befindet und bereits in einem guten äußeren Zustand ist. Für die Besichtigung des Innenteils kamen wir jedoch zu spät. Ein Spaziergang durch die neu erstellten Gärten zeigt auch das immer wieder in dieser Seenplatte auftauchende Mückenproblem. Unser Vermieter behauptete ja, dies wäre nur diese Jahr so schlimm und der Höhepunkt bereits überschritten. Die Nachbarn, die ein Wochenendhäuschen neben dem unsrigen belegen äußerten jedoch auf Nachfrage, dass dies immer bis zu Sommermonaten so wäre und dann im Herbst nochmals auftauchen würde.

25.05.

Regen, Sonne, Wolken. Ein Wetter, wie es bis auf Montag die ganze bisherige Zeit so war. Mückenwetter. Manchmal auch ordentlich aufkommender Wind. Toll. In den Wald spazieren? Mücken. Auf den ollen Fahrrädern eine Tour machen? Null Fun. Im Übrigen hatte ich die Sattelstange bis aufs Maximum herausgezogen und saß immer noch wie der berühmte Affe auf dem Schleifstein auf dem Rad.

26.05.

Tag der Abreise. Es wird gepackt und da wir ja reinliche Menschen sind auch die Bude auf Vordermann gebracht – trotz Endreinigungsgebühr. Man möchte sich ja nichts nachsagen lassen. Als ich die Fahrräder begutachte muss ich feststellen, dass beim Herrenrad ein dicker, rostiger, stumpfer Nagel sich durch die Lauffläche rein und an der Reifenseite wieder raus gebohrt hat. Ein Wunder, dass er noch so lange durchgehalten hat, denn beim Fahren selbst war uns nichts aufgefallen.

Wir können es nicht erwarten und fiebern der Vermieterin entgegen, die pünktlich erscheint. Um weiteren Diskussionen aus dem Weg zu gehen nehmen wir den Hund als Grund. Doch wenn sie zwischen den Zeilen lesen kann, wird sie bemerkt haben, dass wir nicht ein wirklich gutes Wort über unseren Urlaub verloren haben. Noch eine halbe Stunde Smaltalk und wir düsen um kurz vor Vier los. Zum Glück keine Staus oder sonstigen Zwangspausen. Wir kommen müde, aber froh daheim an und sind uns nach diesem Urlaub über eines einig: Nie wieder in Ostdeutschland…

Aus Netzwelt Online.

Inhalt

* So kommt die Musikindustrie an die Daten
* Musikindustrie in der Beweispflicht
* Zivilrechtliche und strafrechtliche Verantwortlichkeit bei Jugendlichen und Kindern
* Schadensersatzanspruch der Musikindustrie
* Haftung der Eltern
* Filesharing: Was ist erlaubt, was verboten?
* Rechtmäßigkeit des Downloads bislang umstritten
* Filesharing – Download und Upload nunmehr illegal
* Rechtsfrage – Upload von Songteilen
* Schadensersatzforderungen der Musikindustrie

2006 27 Mai

Wieder Schlag gegen die edonkey P2P Nutzer

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Artikel von Heise Online.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 3500 Tauschbörsen-Teilnehmer

Es seien insgesamt 3500 Verdächtige identifiziert worden, die jeweils bis zu 8000 Dateien über die Tauschbörse eDonkey angeboten haben sollen, heißt es in einer Mitteilung (PDF-Datei). Der Aktion seien monatelange Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden in Zusammenarbeit mit der von der deutschen Landesgruppe der IFPI beauftragten proMedia Gesellschaft zum Schutze geistigen Eigentums vorausgegangen.

Ermittler hatten Zugriff auf eDonkey-Server [Update]

Die deutsche Landesgruppe der IFPI teilt mit, zur Überwachung des Servers sei eine eigens entwickelte Software eingesetzt worden. Während der zweimonatigen Überwachung seien insgesamt 14 Gigabyte Logdateien angefallen. Ein einzelner identifizierter Tauschbörsennutzer soll nach den Angaben über 8000 verschiedene Dateien zum Tausch angeboten haben, die große Mehrheit der erfassten Tauschteilnehmer habe aber nur wenige Dateien angeboten.

Die Auswertung des heute sichergestellten Beweismaterials wird voraussichtlich mehrere Wochen benötigen. Die Polizei erwartet, alles zu finden, was in Tauschbörsen vorzufinden ist, »bis hin zu Kinderpornographie«. Bei den identifizierten Tauschbörsenbenutzern handele es sich um einen Querschnitt durch die Bevölkerung.

IFPI-Chef sieht wachsendes Verständnis für Aktionen gegen Tauschbörsen-Nutzer

IFPI-Chef John Kennedy hat in einem Interview mit Spiegel online angedeutet, dass die Kampagne gegen Tauschbörsen »noch eine ganze Weile« fortgeführt werde. Er sei sich darüber bewusst, dass Aktionen wie die gestrige gegen eDonkey-Nutzer »nicht bei jedem positiv ankommen«. Er wies aber auch darauf hin, dass sein Verband wütende Reaktionen nicht mehr so häufig wie früher erlebe, sondern eher Verständnis begegne. »So langsam begreifen die Leute da draußen, verlieren ihr Mitleid mit den Raubkopierern.« Auch die Künstler, die den Aktionen zunächst eher kritisch gegenüberstanden, hätten eingesehen, dass es »keine Alternative« gab.

Rechtliche Konsequenzen der eDonkey-Razzia

Hieran scheint sich auch bei der aktuellen Aktion die Staatsanwaltschaft gehalten zu haben, da Hausdurchsuchungen tatsächlich nur bei insgesamt 130 Verdächtigen von angeblich 3500 in Deutschland Ermittelten vorgenommen wurden, die mehr als 500 Files in der Tauschbörse angeboten haben sollen. Zumindest diese Gruppe muss nun allerdings mit schwerwiegenden strafrechtlichen Konsequenzen in Form von Geld- oder sogar Bewährungsstrafen rechnen.

Daneben bleiben die von den Rechteinhabern geforderten zivilrechtlichen Ansprüchen. In der Praxis kann von Forderungen in Millionenhöhe bislang keine Rede sein. Vielmehr waren die Rechteinhaber bislang stets bemüht, Schadensersatzprozesse zu meiden und mit den Betroffenen Vergleiche zu schließen. Die dabei von Privatpersonen bislang verlangten Summen schwanken zwischen 100 und 15.000 Euro, stets garniert mit Anwaltsgebühren in ebenfalls meist vierstelliger Höhe. Nach Angaben der IFPI betrug der Durchschnitt des geforderten Schadenersatzes aller Verfahren rund 3000 Euro.

Was mich immer wieder verwundert ist das monotone Gejaule der MI, dass die Tauschbörsen alleine am Umsatzverlust schuld sind. Die seit Jahren anhaltende Wirtschaftsflaute scheinen die Jungs da oben irgendwie auszublenden.

Dann vergleicht Herr John Kennedy, Chef der IFPI, 99 Cent mit dem, was man heutzutage sonst noch dafür bekommt. Dass man dafür nur in der Qualität abgespeckte, nämlich komprimierte Ware in Form von Musik erhält, ohne CD, ohne Cover, ohne Hülle, ohne Booklet und eine so zusammengestellte CD aber den handelsüblichen Preis hat, vergisst er in seinem Jubeltaumel über dieses »konkurrenzlos günstige« Angebot. Klassikfans streuben sich die Nackenhärchen, wenn sie nur an komprimierte Musik denken müssen…

Vom Kopierschutz bzw. Brennschutz mal ganz abgesehen. Weiterhin darf man ja lesen, dass der Onlinemusikmarkt ständig wächst. Wo ist da jetzt das Problem? Wo verhungern Künstler konkret?

Erst ein vernünftiger Preis mit einem Angebot ohne Kopierschutz dürfte den P2P Usern endgültig die Lust auf das Tauschen vertreiben. Bis dahin bleibt das Risiko, unter Millionen von IP Adressen erwischt zu werden, relativ überschaubar.

Dazu auch ein Artikel bei Gulli und F!XMBR.

Sie, die Contentindustrie machen seit Jahren alles falsch, was man falsch machen kann – im Umgang mit den Kunden, der Öffentlichkeit, dem Angebot, einfach allem, warum gehts ihnen wohl so schlecht, wegen ein paar Tauschbörsennutzern? Lachhaft. Ein kleiner Hinweis noch: Für viele gilt nur die Jäger und Sammler-Mentalität, sprich, ich will es haben, lade es mir und dann hab ich es, in den seltensten Fällen wird es sich angehört, und so gut wie nie entgeht ihnen dadurch der Verkauf einer CD – denn wer Musik aus dem Internet lädt, der hätte auch eine CD gekauft ist die größte Mär, die jemals von einer PR verbreitet wurden – diese PR-Fuzzis, die einer ganzen Industrie diesen Schwachsinn eingeflüstert haben, sollte die Contentindustrie selbst im Nachhinein noch steinigen.

2006 27 Mai

Heise mahnt nun selbst ab

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Nimmt Heise Online nun das Urteil selbst zum Anlass, andere Internetseiten kostenpflichtig abzumahnen? Hier kann man etwas dazu nachlesen.

Am 17.03.2006 ließ der Heise-Verlag durch eine ihn ständig vertretende Anwaltskanzlei aus Hamburg den Betreiber eines der größten deutschsprachigen Internetforen mit über 100.000 angemeldeten Usern und fast 600.000 Beiträgen kostenpflichtig abmahnen.

Der Vorwurf: Dadurch, dass Foren-User Beiträge aus dem Heise-Newsticker als Posting veröffentlicht hätten, würde das Urheberrecht von Heise verletzt. Wörtlich heißt es in der anwaltlichen Abmahnung:

Wörtlich soll im anwaltlichen Schreiben folgendes stehen:

„Die weitgehend vollständige Übernahme dieser Artikel in die Forumsbeiträge ist durch das Zitatrecht des § 51 UrhG nicht mehr gedeckt. Diese Artikel sind in mehreren Fällen von Moderatoren oder sogar Administratoren Ihres Forums eingestellt bzw. kommentiert worden. Dieses Verhalten ist Ihnen unmittelbar zuzurechnen. Unsere Mandantin nimmt Sie wegen deshalb auf Unterlassung, Auskunft und Schadensersatz in Anspruch (§ 97 Abs. 1 UrhG, § 242 BGB).“

Und mein Glaube an Heise war bisher unerschütterlich…

Rechtfertigung hier und hier.

Interessant dabei:

Wenn irgendjemand einen Artikel von uns in einem
Forum postet oder auf einer Website ohne unsere Einwilligung
veröffentlicht
, ist das ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Und wir
weisen diejenigen dann darauf hin – bei offensichtlich
nicht-kommerziellen Webseiten durch eine Mail, nicht durch eine
Abmahnung.

Um eines klarzustellen: Dabei geht es nicht um Zitate, die natürlich in einem
bestimmten Umfang unter Angabe der Quelle zulässig sind, und gegen
die wir nichts haben. Es geht um das Posten vollständiger Artikel.

Das hört und liest sich wiederrum schon anders.


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